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Charleene Tsoucalas aus Erkner gilt als großes Talent

Karate
Nächstes Ziel ist das Nationalteam

„Karate ist mein Leben“: Die 15-jährige Erkneranerin Charleene Tsoucalas vom Nikko Dojo Woltersdorf strebt in diesem Jahr weitere Kampfsport-Titel an.
„Karate ist mein Leben“: Die 15-jährige Erkneranerin Charleene Tsoucalas vom Nikko Dojo Woltersdorf strebt in diesem Jahr weitere Kampfsport-Titel an. © Foto: Michel Nowak
Michel Nowak / 06.02.2019, 10:55 Uhr
Woltersdorf Die Umfrage nach den populärsten Sportlern des Jahres 2018 im Kreis Oder-Spree läuft noch bis Dienstag. Bis dahin stellen wir in loser Folge alle 36 Kandidaten vor. Heute: Charleene Tsoucalas vom Karate-Verein Nikko Dojo Woltersdorf.

Mindestens fünfmal in der Woche zieht Charleene Tsoucalas ihren weißen Karate-Anzug an. Von Dienstag bis Sonnabend absolviert die 15-Jährige jeden Tag eine Kampfsport-Übungseinheit – teils in der Woltersdorfer Sporthalle bei ihrem Heimatverein Nikko Dojo, teils bei Auswahlsichtungen in Berlin oder in Brandenburg an der Havel. Zum Training gehe sie immer aus voller Überzeugung, betont die Erkneranerin: „Karate ist mein Leben.“

Dabei hat Charleene Tsoucalas erst vor rund zwei Jahren mit diesem Sport begonnen. Zuvor war sie bereits acht Jahre lang als Kickboxerin aktiv. „Da gab es aber nur wenige Wettkämpfe. Und weil mein jüngerer Bruder Luca schon beim Nikko Dojo dabei war, sagte mein Vater, ich solle das doch auch mal ausprobieren.“ Ihr Vater stammt übrigens aus Griechenland. Deshalb hat Charleene einen Familiennamen mit einem hohen Wiedererkennungswert. Aber ganz unabhängig davon steigt ihre Bekanntheit im Nachwuchs-Kampfsport sprunghaft.

Die Schülerin des Carl-Bechstein-Gymnasiums in Erkner eignete sich die Techniken der verschiedenen Trainingsformen schnell an. „Hier läuft es gezielter und weniger aggressiv als beim Kickboxen.“ Gerade am Anfang sei ihr die Umstellung auf den Karate-Sport aber durchaus schwer gefallen. „Das erfordert Kraft und Geschick. Und das Schwerste war immer, die Hüfte richtig mitzunehmen.“

Ihr Trainer Thomas Züllich schätzt sie als hoch motiviert ein. „Sie ist fit und stellt sich immer wieder neuen Herausforderungen. Wir schrauben das Level stetig höher.“ Deshalb startete Charleene Tsoucalas schon im vergangenen Jahr regelmäßig bei Turnieren im Kumite, dem direkten Kampf zweier Gegner: „Die vielen Vergleiche dienen für sie vor allem der Schulung“, sagt Züllich, früher selbst erfolgreicher Wettkämpfer.

Die heute 15-Jährige konnte aber auch schnell auf Erfolge verweisen. So belegte sie bei den Brandenburger Ranglistenturnieren auf Anhieb zweite und dann sogar erste Plätze in ihrer Alters- und Gewichtsklasse. Es folgten die Berufung in die Landesauswahl und die internationalen „Leipzig Open“. Charleene Tsoucalas nimmt gern an solchen Turnieren teil: „Klar bin ich aufgeregt, aber ich mag das Kribbeln bei den Wettkämpfen.“

Bei den Landesmeisterschaften in Bestensee erkämpfte sie zwei Titel – sowohl in der Gewichtsklasse unter als auch in der über 54 Kilogramm. „Dafür habe ich viel Anerkennung bekommen“, sagt sie, „aber bei uns im Verein wird sowieso jeder Erfolg gefeiert.“ Der rund 100 Mitglieder zählende Nikko Dojo Woltersdorf zeichne sich durch ein gutes Miteinander aus. „Bei uns wird jeder akzeptiert, egal wie viel er oder sie kann.“

Ihr sportliches Können stellte Charleene Tsoucalas 2018 auch auf internationaler Bühne unter Beweis. Nach Bulgarien, Kroatien, Italien und sogar Mexiko reiste sie, um in der Youth-League (Jugendliga) zu starten. Wiederum gelangen Siege gegen die Karate-Kontrahentinnen. In der Weltrangliste hat sich Charleene Tsoucalas in ihrer Altersgruppe mittlerweile auf Platz 39 vorgeschoben. „Damit bin ich die zweitbeste Deutsche“, sagt sie nicht ohne Stolz.

Und ihr Weg soll weitergehen: „Ich habe sehr viel Ehrgeiz, und den muss ich irgendwo rein-stecken.“ Für Züllich hat das Nachwuchs-Talent noch eine weitere sehr wichtige Fähigkeit: „Charleene kann gut mit Niederlagen umgehen und daraus lernen“, sagt der Altmeister. Als Assistentin des Trainers betreut die Sportlerin auch schon jüngere Mitglieder und Einsteiger im Woltersdorfer Verein.

Für 2019 hat sie große Ziele. Bei den deutschen Meister-schaften will die Erkneranerin eine Medaille holen. Und dann hofft sie auf eine Berufung in die Nationalmannschaft. „Wenn sie zumindest unter die besten Fünf kommt, dann nehmen sie die Bundestrainer“, hofft Thomas Züllich. „Sie sind schon auf sie aufmerksam geworden.“

Neben der Schule – „ich will später Medizin studieren“ – steckt Charleene Tsoucalas einen Großteil ihrer Zeit in den Kampfsport. Die Entscheidung dafür hat sie nicht bereut: „Karate füllt mich heute zu hundert Prozent aus.“

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