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Handball
Teilerfolg nach Kraftakt

Steuert vier Treffer zum Remis in Fürstenwalde bei: der Müllroser Benedict Mendyk (rechts/im Spiel gegen HSC 2000 mit Paul Lemke/Nummer 21) und Paul Witschorke (7)
Steuert vier Treffer zum Remis in Fürstenwalde bei: der Müllroser Benedict Mendyk (rechts/im Spiel gegen HSC 2000 mit Paul Lemke/Nummer 21) und Paul Witschorke (7) © Foto: michael benk
Wilfried Hohmann / 05.02.2020, 02:00 Uhr
Fürstenwalde Die HSG Schlaubetal-Odervorland II hat in der Handball-Kreisliga der Männer mit einem Treffer drei Sekunden vor Schluss bei der BSG Pneumant Fürstenwalde zum 33:33 (13:16) noch einen Punkt geholt. Es war ein sehr emotionales und hochdramatisches Spiel, das Remis fühlt sich für die HSG in Anbetracht des Spielverlaufes wie ein Sieg an.

Nachdem die Schlaubetaler ihr zweites Spiel gegen die Fürstenwalder in eigener Halle knapp mit 32:33 verloren hatten, war klar, dass es sich bei der Spielstärke der Gastgeber um eines der schwersten Auswärtsspiele handeln würde. Schließlich hatten die Fürstenwalder ihr Heimspiel gegen den Tabellenführer HSC 2000 Frankfurt mit 28:27 knapp gewonnen. Aus diesem Grund boten die Müllroser auch Co-Trainer Kevin Nadolle sowie den mit Zweitspielrecht ausgestatteten Tom Richter von den Handballfreunden 01 Pankow als zusätzliche Feldspieler auf.

Das Spiel verlief von Beginn an sehr ausgeglichen und kampfbetont. Die Schlaubetaler konnten bis zum 4:5 in der 8. Minute jeweils einen Treffer vorlegen. Nach dem 5:5 waren es dann die Gastgeber, die bis zum 8:7 in der 15. Minute mit einem Tor die Nase vorn hatten. Nach dem erneuten Ausgleich zum 8:8 durch Tom Richter und einer Zeitstrafe gegen den Fürstenwalder Oliver Krüger gelang es den Müllrosern durch zwei Treffer von Felix Preiss, sich auf zwei Tore zum 10:8 abzusetzen. Diesen Vorsprung verteidigten die Schlaubetaler bis zum 11:9 durch Hendryck Kotzan in der 20. Minute.

Nach Tätlichkeit Fußbruch

Dann wurde es hektisch, denn ein Foul desselben Spielers werteten die Schiedsrichter als Tätlichkeit und verwiesen ihn mit Rot des Feldes und schickten den aufgebrachten Fürstenwalder Oliver Kluß zeitgleich für zwei Minuten auf die Bank. Bei dieser Aktion zog sich Kotzan einen Fußbruch zu, wie später im Krankenhaus diagnostiziert wurde. Die allgemeine Hektik nutzten die Gastgeber zum 11:11. Das veranlasste HSG-Coach Uwe Bannert zum Team-Timeout, um die Nerven seiner Spieler zu beruhigen. Die Schlaubetaler konzentrierten sich wieder auf ihre spielerischen Mittel und Tom Richter, Tilmann Schmidt und dreimal Kevin Nadolle erhöhten für die Müllroser bis zum Halbzeitpfiff auf drei Tore zum 16:13.

Es sollte dann auch die erwartete kämpferische und spielerisch ausgeglichene 2. Halbzeit werden. Gleich zum Beginn der 2. Hälfte verkürzten die Gastgeber auf 15:16. Bei dieser knappen Ein-Tore-Führung blieb es bis zum 23:24 in der 44. Minute.

Die Schlaubetaler verstanden es in dieser Phase des Spiels immer wieder, vor allem ihren an diesem Tag mit zehn Toren besten Werfer Tom Richter, aber auch Felix Preiss mit neun Treffern, erfolgreich in Szene zu setzen. Zwischenzeitlich lagen die Müllroser mehrfach mit drei Treffern vorn, setzten sich jedoch auch nicht weiter von den Gastgebern ab, die immer wieder bis auf ein Tor verkürzen konnten. Wie emotional das Spiel verlief, verdeutlicht auch der Umstand, dass der 75-jährige erfahrene HSG-Co-Trainer Gerd Kupsch in der 46. Minute beim Stand von 24:26 seine erste Zeitstrafe in seiner langjährigen Trainerkarriere kassierte.

Die Müllroser konnten ihre Führung bis zum 29:31 in der 56. Minute behaupten. Dann überschlugen sich die Ereignisse in der Pneumant-Sporthalle. Binnen einer Minute glichen die Gastgeber zum 31:31 aus.

Jetzt zeigten auch die Müllroser Nerven, denen knapp vier Minuten lang kein Treffer gelang. Dagegen erhöhten die Gastgeber 58 Sekunden vor dem Ende auf 33:31. Erst nach 59:20 Minuten gelang Jacob Rüffer der Anschluss zum 32:33. 21 Sekunden später bekamen die Gastgeber einen Siebenmeter zugesprochen. Doch der an diesem Tag stark haltende HSG-Keeper Maximilian Haase parierte diesen und Tom Richter konnte drei Sekunden vor dem Ende einen Konter zum 33:33-Endstand abschließen, was Jubel-Tänze auf der HSG-Bank auslöste.

HSG-Trainer Uwe Bannert: "Es war das erwartet schwere Auswärtsspiel mit dramatischen Schlussminuten. Sicher wollten die Jungs das Spiel gewinnen und zum Ende hin hatten wir diesmal das Glück auf unserer Seite. Das Remis fühlt sich deshalb letztlich wie ein Sieg an. Ein Kompliment an die gesamte Mannschaft, die bis zum Umfallen gekämpft hat. Etwas herausheben möchte ich dennoch unseren Keeper Max Haase, der nach seiner langen Verletzung ein tolles Spiel abgeliefert hat und auch Tom Richter, der der Mannschaft praktisch ohne gemeinsames Training mit seinen zehn Treffern sehr geholfen hat."

HSG Schlaubetal-Odervorland II: Maximilian Haase, Danny Hugler (beide im Tor), Kevin Nadolle 4, Felix Preiss 9/3, Florian Lusansky, Jacob Rüffer 1, Martin Berger 1, Benedict Mendyk 4, Tilmann Schmidt 1, Thomas Voß, Hendryck Kotzan 1, Justin Korau 2 Tom Richter 10

Siebenmeter: BSG 7/4, HSG 3/3 – Zeitstrafen: BSG 7, HSG 7, 1 Disqualifikation

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