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Gesprächsrunden mit Sportprominenz
Talk im Fürstenberger Kunsthof wird fortgesetzt

Hagen Bernard / 30.04.2020, 17:21 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Der im Juli 2012 gegründete Fürstenberger Kunsthof hat vor allem durch seine Talkrunden mit Sport-Prominenten auch überregional Beachtung gefunden. Doch der Besuch des Biathleten Frank Ullrich im März könnte auch der letzte gewesen sein. Zumindest befürchten das viele der Stammgäste, die auf die vierteljährlich stattfindenden Diskussionen – in der Regel sind es dreimal jährlich Fußballer – nur sehr ungern verzichten.

Während die angestrebten Konzerte beispielsweise mit Deutsch-Rockklassikern wie im Jahr 2013 Gabi Rückert angesichts der Corona-Krise noch in weiter Ferne scheinen, sind die Talk-Runden mit den Sportlern zumindest mittelfristig denkbar. So hat sich für den 9. August der "weiße Brasilianer" Ansgar Brinkmann angesagt und soll am 10. Oktober Handball-Torwart Wieland Schmidt kommen.

"Wolfram hat gesagt, wenn der Startschuss durch die Behörden kommt, dann ist er dabei. Die 1,50 Meter Abstand sollten bei einem Talk nicht so problematisch sein. Schwieriger ist es, im voraus zu planen, beispielsweise wann kann der Kartenverkauf wieder beginnen?", erklärt Frank Ganskow, der zusammen mit dem Kunsthof-Inhaber Wolfram Philipp die Talk-Gäste verpflichtet. Nachdem für das Frühjahr HSV-Legende Uwe Seeler abgesagt wurde und auch der Besuch von Reiner Calmund in Ziltendorf aus dem selben Grund kurzfristig ausfiel, sitzen die Fürstenberger Organisatoren für neue Aufgaben bereits in den Startlöchern.

Lenk will endlich moderieren

Ähnliches gilt für Kristin Lenk. Die Sängerin und Moderatorin aus Schmalkalden hatte im Dezember 2012 mit einem Vokal-Auftritt die Kleinkunstbühne eröffnet und seit 2013 den Sport-Assen regelmäßig selbst auch für eingefleischte Fans das ein oder andere bislang unbekannte Detail entlockt. Parallel zur Fürstenberger Veranstaltung moderiert die 33-jährige promovierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin in der Regel mit den selben Gästen auch eine Talk-Reihe in Schmalkalden.

"Es gibt genug Leute, die denken, sie haben Ahnung vom Fußball und von Menschen. Bei ihr trifft das zu, bei vielen aber nicht", beurteilt beispielsweise der Gladbacher Torwart Wolfgang Kleff die Moderatorin, die von den Prominenten als fair und empathisch empfunden wird. "Kristin spielt eine große Rolle bei unseren Gästen in ihrer Entscheidung, ob sie kommen oder nicht. Die Sportler verständigen sich untereinander, ob eine Veranstaltung gelungen war. Noch nie hat sich jemand bei mir über sie beschwert", erklärt Ganskow.

Lenk: "Jeder Gast war auf seine ganz individuelle Art und Wiese beeindruckend – durch Persönlichkeit, Ehrlichkeit und seine Geschichte. Ob nun Sven Fischer, der sehr genau erzählte, wie er sich auf seine Sprintstrecke zu Olympia 2006 insbesondere mental vorbereitete oder auch Werner Lorant, der gar kein Blatt vor dem Mund nahm, was den DFB anbelangt oder auch Werner Hansch mit seinem bewegenden Reporterleben und witzigen Anekdoten, oder Babak Rafati, der einen brutal ehrlichen Eindruck in sein Seelenleben gegeben hat, ich könnte die Liste noch weiter fortsetzen."

Nachdem Kristin Lenk die Veranstaltungsreihe so ans Herz gewachsen ist, hofft sie, dass das Team um Inhaber Philipp heil durch den Corona-bedingten Stillstand kommt. Die Chancen dafür, dass die Fürstenberger noch eine Weile auch ohne Einnahmen durchhalten, stehen ganz gut. Schließlich ist der 63-jährige Geschäftsführer und einstige Ingenieur für Walzwerk- und Hüttentechnik Philipp seit geraumer Zeit Rentner und kommt daher über die Runden. Bis Ende nächsten Jahres will er den Kunsthof noch weiter führen. Sollte die Stadtverwaltung die sanitären Anlagen in Ordnung bringen, wolle er sich auch um einen Nachfolger kümmern. Es gebe bereits Interessenten.

Optimistisch für den Sommer

Für Kristin Lenk ist das noch Zukunftsmusik. "Die momentane Situation ist belastend, es sind viele Existenzen bedroht, gerade im kulturellen Bereich. Ich hoffe sehr, dass wir allerspätestens im Spätsommer die Veranstaltungsreihe – die ja davon lebt im kleinen Rahmen stattzufinden, also im gewissen Sinne ist es dann Glück im Unglück – fortsetzen zu können. Ich bin da eigentlich optimistisch und freue mich da schon richtig sehr drauf, denn mir fehlen die Auftritte und Begegnungen wirklich total. Es wäre ein großer Verlust für die Fürstenberger Kulturlandschaft, sollte Corona das Ende der Talk-Reihe bedeuten."

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