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Werk nach Krise erholt

Dietmar Rietz / 17.08.2010, 19:32 Uhr
Eberswalde (In House) Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen jetzt im Eberswalder Werk der DB Instandsetzung nach Auftragslage und Zukunftsperspektiven erkundigt. Koeppens Fazit nach dem besuch: „Das Werk hat sich nach der Krise im vergangenen Jahr sehr gut konsolidiert und wird weiter bestehen. Die Auftragslage ist hervorragend.“,

Volker Nilsson, Geschäftsführer des Eberswalder Werkes bestätigte auf MOZ-Nachfrage: „Wir haben volle Auftragsbücher, haben wieder etwa das Niveau des Vorjahres erreicht. Wir rechnen mit einem Umsatz um die 90 Millionen Euro.“ Derzeit sind dort 409 Mitarbeiter beschäftigt. Wegen der schnellen Verbesserung der Auftragslage nach dem schweren Fahrwasser des Krisenjahres 2009 sind momentan zudem noch 58 Leiharbeiter hinzu gekommen. Auch für 2011 hofft Nilsson auf eine sehr gute Auftragslage.

Die Finanzkrise hatte das Werk in Eberswalde 2009 herb getroffen. Noch im August 2008 hatte das Werk die Zahl der Leiharbeiter von 50 auf 70 erhöht. Dann kam quasi der freie Fall – im Oktober gab es nicht einen Leiharbeiter mehr. Die fehlende Nachfrage im Gütertransport bekam das Instandhaltungswerk sehr schnell zu spüren. Es bestand kaum noch Bedarf an einer Wartung der Waggons. Der Tiefpunkt war im März 2010 erreicht. 254 der insgesamt 420 Mitarbeiter waren in Kurzarbeit. „Wir haben eine ganze Halle geschlossen.“ Dank Ersatzleistungen wie der Wartung von Reisezugwagen habe sich die Auftragslage mittlerweile stabilisiert. Momentan seien nur fünf Mitarbeiter in Kurzarbeit. Weitere 17 wurden in andere Werke entsendet. Doch dann bedrohen Einsparpläne bei der Bahn die Arbeitsplätze. Bis 2012 sollen insgesamt zwei Milliarden Euro eingespart werden. Eines der Projekte betraf das Eberswalder Werk direkt.

85 Lehrlinge werden derzeit in dem Bahnbetrieb ausgebildet für den Eigenbedarf und Stellen in anderen Betrieben. Es könnten mehr sein, bekam Koeppen in Eberswalde zu hören. Aber es ließen sich nicht ausreichend geeignet Bewerber für die offenen Stellen finden. Zum einen hätten Bewerber nicht die erforderliche Berufsbildungsreife, zum anderen nicht das Interesse an den vorhandene Ausbildungsprofilen.

Zurück in Berlin will sich 
Koeppen des bundesweit akuten Themas annehmen: „Wir müssen junge Leute effektiver an technischen Berufe heranführen.“

Der CDU-Bundespolitiker hat sich mit Nilsson und Joachim Trettin, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für Brandenburg und Mecklenburg- Vorpommern, die Pufferwerkstatt, die erst 2008 in Betrieb genommene Zugapparate-Werkstatt und die Radsatzwerkstatt angesehen. Dabei erfuhr er von einem Großauftrag, für 140 Wagen Stahlfußböden einzubauen. Volker Nilsson informiert darüber, dass das Werk Eberswalde in diesem Jahr 54 Mitarbeiter für Instandsetzungsarbeiten an den Berliner S-Bahn abgestellt hat.

Jens Koeppen sagte gegenüber der MOZ abschließend: „Bund und Bahn sollten erkennen, dass dieses Werk als größter gewerblicher Arbeitgeber der Region, langfristig erhalten bleiben muss. Dabei sollten wir aus den Fehlern der Berliner der S-Bahn lernen, das heißt Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten kontinuierlich in Auftrag geben. Eberswalde ist für mich ein Vorzeigebetrieb. Würde es den größten gewerblichen Arbeitgeber mit seinen vielfältigen Aufträgen für Kleinbetriebe in der Region nicht mehr geben, würde es in der Stadt ziemlich düster aussehen.“

Der Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen (CDU) ist im Ausschuss für Verkehr, Bau, Stadtentwicklung des Bundestages stellvertretendes Mitglied und als Berichterstatter im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans für Bundesfernstraßenprojekte, Schienennetze und Wasserstraßen zuständig.

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