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Beirat besucht Maßregelvollzug an der Havel

viola petersson / 29.09.2010, 08:57 Uhr - Aktualisiert 29.09.2010, 09:43
Eberswalde (In House) Therapie hinter Mauern – wie funktioniert Maßregelvollzug anderswo? Während der jüngsten Sitzung hat sich der Forensik-Beirat Eberswalde die Einrichtung in Brandenburg (Havel) angeschaut. Chefarzt Ingolf Piezka führte die Mitglieder des Barnimer Gremiums durch seine Klinik.

Träger des Maßregelvollzugs, der zum Fachklinikum Brandenburg gehört, ist Asklepios. Wobei – analog zu Eberswalde – Chefarzt und Stellvertreter Landesbedienstete sind. Mit insgesamt 121 Behandlungsplätzen ist der Brandenburger Maßregelvollzug der zweitgrößte im Land. Eberswalde hält 154 Plätze bereit. Im Gegensatz zur Barnimer Klinik werden an der Havelstadt nur psychisch kranke Straftäter therapiert. Unter den 121 Insassen in Brandenburg befinden sich 45 mit einer geistigen Behinderung, erklärte der Chefarzt den Gästen.

Der Aufbau der Klinik ähnelt der in Eberswalde. Altbauten wurden vor etwa neun Jahren durch Neubauten ergänzt. In denen befinden sich die Stationen. Die Werkstätten, wie z. B. Buchbinderei, Tischlerei und Tonwerkstatt, sind im historischen Teil untergebracht. Eine Besonderheit der Brandenburger Einrichtung: Sie verfügt über einen Bereich, deren Sicherheitsvorkehrungen noch einmal über das allgemein übliche Maß hinausgehen. Dieser Trakt war seinerzeit extra für einen Insassen hergerichtet worden, informierte Piezka. Inzwischen hat die Hochsicherheitsstation vier Betten.

Die Mitglieder des Eberswalder Beirates machten bei ihrem Besuch Gemeinsamkeiten wie auch Unterschiede zwischen den Häusern aus. Zu den Unterschieden gehört beispielsweise die Ausstattung der Zimmer. Im Brandenburger Maßregelvollzug gibt es überwiegend Zwei-Bett-Zimmer, die über eine „Nasszelle“ verfügen. „Die hätten wir auch gern eingebaut“, sagte die Eberswalder Chefärztin Manuela Stroske. Doch die Baupläne des Landes sahen dies im Barnim nicht vor. Der Chefarzt sprach über Probleme, die den Eberswaldern bekannt sind: über Gewalt unter den Insassen etwa oder die Schwierigkeit, Arztstellen zu besetzen. Piezka wiederum interessierte sich für die Arbeit des Beirates. Denn auch an der Havel soll jetzt ein solches Gremium gebildet werden.

Die Brandenburger Einrichtung erlangte in den vergangenen Jahren vor allem durch Insassen wie Frank Schmökel und den „Rosa Riesen“ in den Medien große Aufmerksamkeit.

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