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Alle zehn Minuten nach Berlin

FOSCHROEDER / 12.10.2010, 08:50 Uhr
Bernau (In House) Die Erweiterung des S-Bahnverkehrs im Barnim ist für den Landkreis dringlich. Im Nahverkehrsplan für den Zeitraum von 2011 bis 2016 wird der Ausbau des Angebots auf der S-Bahnlinie 2 (Bernau/Blankenfelde) sowie der Linie S 7 (Ahrensfelde/Potsdam/Lichtenberg) als notwendig angesehen. In dem Plan wird darauf hingewiesen, dass allerdings „in der nahen Zukunft keine nennenswerten Veränderungen geplant“ sind. Der Kreis will sich jedoch beim Land für entsprechende Änderungen im Landesnahverkehrsplan einsetzen.

Die S-Bahnlinie 2 verkehrt gegenwärtig zwischen den Bahnhöfen Bernau und Berlin-Buch lediglich im 20-Minuten-Takt. Im Nahverkehrsplan wird stattdessen gefordert, dass die Züge im zehnminütigen Abstand fahren sollen.

Der S 2 kommt eine wesentliche Bedeutung als Verbindung mit der Hauptstadt zu. Sie wird täglich von vielen Pendlern genutzt, die nach Berlin beziehungsweise in die umgekehrte Richtung ins Umland fahren. Ausflügler aus Berlin fahren insbesondere an Wochenenden mit der S 2 ins grüne Umland, während sie in umgekehrter Richtung Besucher von Kultur-, Sport- und anderen Veranstaltungen nach Berlin bringt.

Die Strecke von Buch bis Bernau ist lediglich eingleisig. Das ursprünglich vorhandene zweite Gleis war nach dem Zweiten Weltkrieg als Reparationsleistung abgebaut worden.

Außerdem wird im Barnimer Nahverkehrsplan eine Verlängerung des S-Bahnlinie 7 über den gegenwärtigen Endpunkt in Berlin – dies ist der Bahnhof Ahrensfelde – geprüft werden sollte. Dabei geht es zum die Fortführung der Linie in den Landkreis Barnim hinein bis nach Werneuchen. Dies sei eine „Möglichkeit, die wirtschaftliche Entwicklung dieses Bereiches weiter zu fördern. Außerdem könne die stark befahrene Bundesstraße 158 zwischen Ahrensfelde und Werneuchen zumindest teilweise vom Verkehr entlastet werden. Die Regionalbahn der Ostdeutschen Eisenbahn habe im Bereich zwischen Ahrensfelde und Blumberg bereits heute „S-Bahn-Charakter“. Bei einer Verlängerung der S-Bahn würde der Parallelverkehr von Regionalbahn und S-Bahn zwischen Berlin-Lichtenberg und Ahrensfelde entfallen, heißt es im Barnimer Verkehrsplan.

Die Straßen und Bahnen im Bereich Berlin/Ahrensfelde/Werneuchen werden ebenfalls von vielen Pendlern genutzt. Im Blumberger Gewerbegebiet, das auf der Strecke zwischen Ahrensfelde-Friedhof und Blumberg liegt, ist der Bau eines neuen Haltepunkts vorgesehen. Hierzu laufen noch die Abstimmungen zwischen dem Land Brandenburg und der Bahn.

Auch für die Busse, die im Berliner Umland verkehren, werden Änderungen als notwendig angesehen. Betroffen sind die Buslinien 893 und 900 der Barnimer Busgesellschaft (BBG) und die Linien 251, 256, 259 und 351 der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Unter der Federführung des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg sollten gemeinsam mit dem Land Berlin und der BVG zunächst die Verkehrsströme in diesem Bereich analysiert werden. Sodann sollte, so die Vorstellungen im Nahverkehrsplan, ein Konzept für diesen Bereich erarbeitet werden. Der Busverkehr wird über das Jahr 2016 
hinaus zum Grundangebot in der Region gezählt.

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Philipp Schöning 25.10.2010 - 18:34:47

Besser jetzt als nie

Es ist schon richtig, dass diese Forderung zu spät kommt, aber man sollte ersteinmal prüfen, ob es jetzt noch möglich wäre. Der 30-Minutentakt für RB-Züge ist später immernoch umsetzbar. Sollte es für einen 30-Minutentakt nötig sein, die Strecke zweigleisig auszubauen, wäre ein direkter Umbau auf das S-Bahn System bestimmt nicht viel teurer.

Klaus Hilpert 25.10.2010 - 09:49:43

S-Bahn Werneuchen

Die Forderung zum S-Bahnverkehr nach Werneuchen kommt leider zu spät. Der 30-Minutentakt der RB-Züge wäre eine realistische Lösung und sollte testweise umgesetzt werden.

Philipp Schöning 13.10.2010 - 10:20:20

S7 bis Werneuchen!

Wenn es tatsächlich möglich wäre, dass die S7 bis nach Werneuchen verlängert werden könnte, wäre es auf jedenfall eine Chance für die Region. Die Verlängerung war eigentlich bereits vor dem zweiten Weltkrieg geplant, wurde aber leider nie durchgeführt. Hoffen wir, dass es nun klappt.

J. Burmeister 12.10.2010 - 22:29:10

Warum nicht kurzfristig 10 min Takt?

Wer einmal die im Berufsverkehr übervollen Züge der S2 und der Regionalbahn, den schon ab 7.00 vollen P+R Parkplatz in Buch, sowie die vollen Strassen nach Berlin erlebt hat, fragt sich, warum das bis 2016 (oder noch darüber hinaus) dauern soll. Panketal ist in der Mittelfristplanung Brandenburgs der einzige Ort im Barnim mit ungebrochenem Bevölkerungswachstum - nur die Leute müssen auch zur Arbeit kommen. Hier fehlt scheinbart ein Gesamtkonzept für den NO.

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