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Fahrgäste 
verärgert über
 Obus-Ausfälle

ellen werner / 27.12.2010, 07:30 Uhr - Aktualisiert 27.12.2010, 07:56
Eberswalde (In House) Bei Schnee und Eis ist auch weiterhin mit Verzögerungen im Obus-Verkehr zu rechnen. Das räumte Frank Wruck, Chef der Barnimer Busgesellschaft (BBG), auf Nachfrage ein. Vor allem in der Woche vor Weihnachten kam es zu Verspätungen über nicht selten eine halbe Stunde. „Wir haben verschiedene Versuche gemacht, etwas dagegen zu tun“, so Wruck. „Zur Zeit gibt es aber keine wirkliche Idee dafür.“

Über außer Takt geratene Fahrzeiten beschwerten sich Fahrgäste auch in Leserbriefen an die MOZ. Gerd Wiesner etwa sieht das satirisch: Auch die Bahn plane ja, ihre Fahrpläne wegen des unregelmäßigen Zugverkehrs abzuschaffen, bezieht er sich auf eine Büttenrede vom Eberswalder Karnevalklub. Bahn und Fahrgäste könnten dann kommen, wann sie wollten. „Dieses muss auch der Barnimer Busgesellschaft zu Ohren gekommen sein“, schreibt nun Wiesner. Anders könne man sich das Chaos im Obusverkehr nicht erklären. „Denn nach Fahrplan fahren die Busse schon seit längerer Zeit nicht mehr“, behauptet er.

Von Chaos aber könne nicht die Rede sein, wehrt BBG-Chef Wruck ab. „Im Gegensatz zum Beispiel zur S-Bahn in Berlin funktioniert es bei uns ganz gut.“ Die schwankenden Abfahrtszeiten führt er „ganz klar auf die Witterungsverhältnisse“ zurück. „Wir sind bei Glätte wie alle anderen etwas langsamer unterwegs.“

Ähnlich wie Straßenbahnen habe der Obus ein Problem: „Er kann nicht überholen“, so Wruck. Die Schwierigkeiten setzten zumeist mit dem Berufsverkehr ein. „Dann haben wir es schwer, wieder in Takt zu kommen.“ Sobald Wartezeiten entstehen, wollen die allermeisten Fahrgäste in den ersten Bus steigen, der ankommt. Das jedoch führe zu weiteren Verzögerungen. Nachfolgende Fahrzeuge, selbst wenn sie dem übervollen Bus in Sichtweite hinterherfahren, erklärt Wruck, wären dann nahezu leer unterwegs. Dabei könnten diese Busse theoretisch wenden, um pünktlich an anderer Stelle bereitzustehen. „Bei diesem Versuch scheiterten wir meist daran, dass das den Fahrgästen nicht zu vermitteln ist“, gibt der BBG-Chef zu.

Angesichts der aktuellen Straßenverhältnissen komme der Obus aber nicht nur langsamer voran. Die Fahrer hätten auch mehr Fahrgäste abzufertigen als üblich. Nahezu unmöglich, den Fahrplan einzuhalten, wird es, „wenn dann noch Unfälle wie am Montag vor einer Woche in Nordend hinzukommen“.

Die Folgen ärgerten auch eine Eberswalderin, die sich anonym als „eine von sehr vielen verärgerten Kunden“ über die BBG beschwerte. Nach einer Wartezeit von über einer halben Stunde seien lediglich „leichte Verspätungen“ gemeldet worden. „Die nimmt man vielleicht noch in Kauf, aber nicht, dass drei Busse und mehr ausfallen“, mokiert sie sich. Teilweise hätten Fahrgäste sogar mehr als anderthalb Stunden warten müssen. „Das einzige, was wirklich klappt bei der BBG sind die Preiserhöhungen“, schlussfolgert sie.

Frank Wruck dagegen bestätigt zwar eine Tarifanpassung für den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) zum 1. Januar. „Der Beförderungstarif speziell in Eberswalde für die Obusse wird nicht angehoben“, versichert er jedoch. Und wenn Bürger Ideen haben, wie den Verspätungen in frostigen Zeiten beizukommen sei, könnten sie sich gern an die BBG wenden. „Wir sind offen für realistische Vorschläge.“

Das Auf und Ab gibt es seit dem Wintereinbruch nicht nur im Fernverkehr. Verspätungen und Ausfälle kennen die Eberswalder mittlerweile auch beim Obus. Abhilfe für die Schneesaison ist laut BBG zur Zeit nicht in Sicht.

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