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Straßenbahnen in Zugzwang

Frühere Abfahrt: Wer an der Endhaltestelle an der Schleuse in Woltersdorf die Straßenbahn nutzen will, muss ab Montag zwei Minuten eher da sein.
Frühere Abfahrt: Wer an der Endhaltestelle an der Schleuse in Woltersdorf die Straßenbahn nutzen will, muss ab Montag zwei Minuten eher da sein. © Foto: MOZ
Joachim Eggers / 19.01.2011, 20:36 Uhr
Erkner (In House) Ab Montag fährt die Berliner S-Bahn nach einem sogenannten Winterfahrplan. Um ihre Zeiten einzuhalten, wird jetzt von vornherein nur noch mit Tempo 60 kalkuliert. Das zieht auch Fahrplan-Änderungen bei den Straßenbahnen und der Buslinie 161 nach sich.

Nach dem monatelangen Chaos zieht die S-Bahn mit dem Winterfahrplan die bittere Konsequenz aus den technischen Unzulänglichkeiten ihrer Züge und stellt Verlässlichkeit über Geschwindigkeit. Die Züge, die sonst auch mit Tempo 80 fahren, sind dann nur noch mit Tempo 60 unterwegs. Das entlastet unter anderem den Druck auf die häufige Kontrolle der Bremssysteme. Die S 3 braucht künftig von Erkner 
45 Minuten bis zur Friedrichstraße statt wie nach bisherigem Fahrplan 41 Minuten, bis Ostkreuz sind es 31 statt 28 Minuten. Die Züge fahren nur noch alle 20 Minuten von und nach Erkner, dafür sollen sie immer acht Wagen haben.

Die Straßenbahnen in Woltersdorf und Schöneiche, für die S-Bahn-Fahrer ab Rahnsdorf und Friedrichshagen zu den wichtigsten Kunden gehören, reagieren ihrerseits mit Änderungen.

Bei der Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn (SRS) fahren die Züge der Tram 88 ab Montag zwei Minuten früher als bisher. Die Übergangszeiten am Bahnhof Friedrichshagen in Richtung Berlin verkürzen sich auf drei Minuten, die in Richtung Schöneiche/Rüdersdorf auf fünf Minuten, so SRS-Betriebsstellenleiter Sebastian Stahl. „Bei Unregelmäßigkeiten im Betriebsablauf kann es in Ausnahmefällen zu längeren Umsteigezeiten zum nächsten S-Bahn Takt kommen“, warnt er.

Auch die Woltersdorfer Straßenbahn passt ihre Fahrzeiten an. Wesentliche Änderungen sind die um zwei Minuten früheren Abfahrtszeiten, der veränderte Nachtverkehr und die etwas kürzeren Umsteigezeiten zur 
S- Bahn. Im morgendlichen Berufsverkehr zwischen Lerchenstraße und dem S-Bahnhof Rahnsdorf pendelt ein Verstärker-Wagen. Dieser Zug fährt in Richtung Berlin zwei Minuten vor und in Richtung Woltersdorf eine Minute nach dem regulären 
Zug.

Auch die Linie 161 der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) passt ihren Fahrplan an, teilt die BVG mit, nennt aber keine Details. Die Buslinie, die Erkner und Schöneiche via Rahnsdorf verbindet und dabei den dortigen S-Bahnhof anfährt, gehört zu den nur fünf Linien im Gesamtnetz, bei denen der Fahrplan angepasst wird. Für das gesamte System komme die Änderung zu kurzfristig, so das Unternehmen. Gar keine Änderung gibt es beim Busverkehr Oder-Spree. Die Bustakte sind dort weniger auf die S-Bahn als auf den Regionalexpress nach Berlin ausgerichtet, und die größte Kundengruppe, die Schüler, bleibt im Landkreis.

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) sieht den neuen Winterfahrplan kritisch, räumt aber ein: „Ein schlechter Fahrplan ist besser als gar keiner.“ Nachteile sieht der Verbund gerade in Randlagen wie in Erkner. „Zudem werden erhebliche Nachteile im Nacht- und Wochenendfrühverkehr offenbar“, so eine Mitteilung des VBB. Dort werden Nachbesserungen von der S-Bahn verlangt.

Der geänderte Fahrplan gilt voraussichtlich bis 27. Februar. Die genauen Zeiten sind im Internet unter www.vbbonline.de oder über die Seiten der Unternehmen abrufbar.

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