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Die Frage nach der Wahrheit

Margrit Höfer / 31.03.2011, 07:59 Uhr
Fredersdorf-Vogelsdorf (In House) Die Kommission zur Eröffnung der Stasiunterlagen hat für den 7. April eine außerordentliche Gemeindevertretersitzung einberufen. Nicht öffentlich werden dann die vorliegenden Mitteilungen der Stasi-Unterlagenbehörde „über eine intensive Zusammenarbeit“ von Bürgermeister Uwe Klett (Linke) mit der Staatssicherheit ausgewertet und Schlussfolgerungen für die Gemeinde gezogen.

War Bürgermeister Uwe Klett ein inoffizieller Mitarbeiter (IM) der Staatssicherheit oder nicht? Geben die Unterlagen, die jetzt von der Untersuchungsbehörde in der Gemeinde eingetroffen sind, darüber klar eine Aussage? Oder stimmt, was der Bürgermeister den Gemeindevertretern am Dienstagabend schriftlich und Landrat Gernot Schmidt (SPD) zuvor mündlich im Beisein von Siegfried Völter, Vorsitzender der Gemeindevertretung, erklärt hat?

In Kletts Erklärung heißt es: „...dass die nunmehr vorliegenden Unterlagen identisch sind mit den Unterlagen, die der Berliner Bewertungsbehörde 1993 vorgelegen haben ... und in den jeweiligen Folgejahren haben meine jeweiligen Dienstvorgesetzten vor meiner Ernennung die Personalunterlagen erneut geprüft und die Ernennung vorgenommen ... Wahrheitsgemäß habe ich nie meine dienstlichen Kontakte zum MfS geleugnet. Im Rahmen meiner Tätigkeit als Seminargruppenberater habe ich wissentlich im Rahmen der Kaderentwicklung junger Absolventen der Außenwirtschaft, die ihre Tätigkeit im Bereich des NSW-Außenhandels aufnehmen sollten, Gespräche geführt und Beurteilungen vorgenommen.“

Auf die Frage der MOZ an Uwe Klett, ob er je eine Verpflichtungserklärung unterschrieben hat, betonte dieser gestern ausdrücklich: „Ich hatte dienstliche Kontakte zum MfS. Ich habe nie eine Verpflichtungserklärung unterschrieben.“

Doch weder diese Aussagen noch das Gespräch in der Kommission am Dienstagabend reichen einigen Gemeindevertretern. „Es steht immer noch die Frage, warum er einen Decknamen (angeblich IM Matthias/d.Red.) hatte. Den gab es nicht ohne Verpflichtungserklärung“, so Roland Szczes (Freie Bürger), der die Kommission leitet. Welchen Ausgang die außerordentliche Gemeindevertretung kommende Woche Donnerstag nehmen wird, ist für ihn offen.

Für Gert Dischler (Neue Bürgerallianz/NBA) ist die Lage hingegen ganz klar. „Er ist beim MfS registriert, hatte einen Führungsoffizier und einen Decknamen“, so Dischler. Im Namen der NBA wird er einen Beschlussvorschlag kommenden Donnerstag einbringen. Angestrengt wird darin ein Bürgerentscheid.

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underground 08.04.2011 - 23:19:20

IM ?????

...und von so einem lassen sich die Fredersdorfer an der Nase herumführen. Er verweigert Ihnen schnellen (drahtlosen) Zugang zum Internet (da könnte man wohl seine Vergangenheit recherchieren?) um jetzt schnell noch den Ausbau des (drahtgebundenen) Breitbandzuganges zu fordern. Möge er alsbald abgewählt werden. Man kann nur sagen: Pfui Teufel

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