Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Europa zahlt für Batzlower Mühlenfließ

Jens Sell / 24.05.2011, 07:43 Uhr
Wriezen (In House) Angesichts der drängenden Sanierung der Gräben und Vorfluter im Oderbruch fordern Bürger, die geplante Renaturierung des Batzlower Mühlenfließes zu verschieben. Die EU-Mittel stehen jedoch dafür zur Verfügung.

Die Sorgen der Oderbrücher gelten derzeit in erster Linie dem Abfluss des restlichen Binnenhochwassers und der Sanierung des Grabensystems und der Vorfluter, kurz: dem Wassermanagement im ganzen Oderbruch. Naturschutzprojekte wie die Renaturierung des Batzlower Mühlenfließes sehen wenige als vorrangige Aufgabe. Das Batzlower Mühlenfließ, über weite Strecken lediglich von einem schmalen Erlensaum begleitet, unterquert in seinem unteren Verlauf die Bundesstraße 167 zwischen Metzdorf und Gottesgabe bereits in einem weitgehend begradigten künstlichen Bett und fließt schließlich in Beton zwischen Neutrebbin und Metzdorf in den Friedländer Strom.

Das soll sich ändern, das Fließ soll naturnah umgestaltet werden. Für Siegfried Manthey, Gemeindevertreter von Neutrebbin, unverständlich: „Man muss doch nach so einem Ereignis wie dem Hochwasser und Binnenhochwasser neue Prioritäten setzen. Das Batzlower Mühlenfließ in dieser Situation zu renaturieren kann doch nicht vorrangige Aufgabe sein. Ich bitte Sie, diese Priorität zu streichen“, appellierte Manthey in der kürzlichen Informationsveranstaltung des Amtes Barnim-Oderbruch zum Wassermanagement in Wriezen.

Doch sowohl der Geschäftsführer des Gewässer- und Deichverbandes Oderbruch (Gedo) Martin Porath als auch der Oderbruchbeauftragte der Landesregierung Bruno Küpper zeigten sich mit dem Ansinnen einverstanden.

„Die geplante Renaturierung des Batzlower Mühlenfließes ist Teil eines Gewässerentwicklungskonzepts zur ökologischen Durchgängigkeit“, sagte Martin Porath. Das Konzept sei umfangreich diskutiert worden und habe allgemeinen Konsens gefunden.Die Hochwassersicherheit werde auch nach der Renaturierung weiterhin gewährleistet. Porath kündigte an, dass im unteren Abschnitt das Betonbett und damit die Funktion als Hochwasser-Reserveabfluss erhalten bleibe. „Das Land renaturiert das Platkower Mühlenfließ, wir als Gewässer- und Deichverband Oderbruch wollen mit dem Batzlower Mühlenfließ ein positives Beispiel geben“, sagte Martin Porath.

Bruno Küpper ergänzte: „Am Batzlower Mühlenfließ soll in erster Linie Geld von der Europäischen Union für die naturnahe Gewässerentwicklung verbaut werden.“ Auch wenn man andere Gewässer des Oderbruchs für dringlicher halte, könne man das Geld nur für diesen vorgegebenen Zweck einsetzen. Die EU stelle für die Renaturierung 63 Prozent der Gesamtkosten zur Verfügung, „aber nur, wenn wir ihre Vorgaben erfüllen.“

Die Regionale Arbeitsgruppe Landschaftswasserhaushalt hatte erst eine reichliche Woche zuvor auf einer Sitzung in Seelow den Weg freigemacht für die weiteren Planungen. 13 als dringend erforderlich angesehene Meliorations­maßnahmen erhielten von der Arbeitsgruppe die Förderzusage nach der Förderrichtlinie Landschaftswasserhaushalt, darunter die Renaturierung des Batzlower Mühlenfließes.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG