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Zwölf Erstklässler starten in der Freien Schule Woltersdorf

Große Gemeinschaft: Tanzend heißen Eltern, Freunde, Geschwister und Lehrer die zwölf Jungen und Mädchen, die ab heute in die erste Klasse an der Freien Schule in Woltersdorf gehen werden, willkommen.
Große Gemeinschaft: Tanzend heißen Eltern, Freunde, Geschwister und Lehrer die zwölf Jungen und Mädchen, die ab heute in die erste Klasse an der Freien Schule in Woltersdorf gehen werden, willkommen. © Foto: privat
Ulrike Kirsten / 15.08.2011, 07:59 Uhr
Woltersdorf (In House) 19 500 Jungen und Mädchen wurden am Sonnabend im Land Brandenburg eingeschult. 12 Abc-Schützen erlebten in der Freien Schule den Beginn eines neuen Lebensabschnittes. Aufregend war schon der erste Schulweg – die Feuerwehr brachte die Kinder in die Blumenstraße.

Marienkäfer, Buntstift, Feder, Edelstein und Muschel – kleine Dinge mit großer Symbolik sollen die zwölf Abc-Schützen der Freien Schule Woltersdorf in ihrem ersten Schuljahr begleiten. „Der Käfer soll euch Glück bringen, der Stift mit der bunten Mine steht für die Vielfalt im Leben. Dass Lernen soll leicht fallen wie eine Feder und der Edelstein ist so einzigartig wie ihr.“ Orania, die an der Schule Sachkunde unterrichtet, aber auch Erdkunde und Geschichte, „also alles, das was früher gewesen ist“, packt eine Muschel in die kleine Stofftüte. „Im Leben gibt es viele Geheimnisse. Einige davon wollen wir in der Schule lüften. Aber der Urlaub soll nicht zu kurz kommen“, sagt die Lehrerin, die wie alle anderen an der Schule von den Schülern mit Vornamen angesprochen und geduzt werden sollen.

Zwischen Sandkasten, Gemüsebeeten und Obstbäumen erleben die Jungen und Mädchen aus Woltersdorf und Schöneiche den Beginn ihre Einschulungsfeier. Für Andrea Wolter ist es ein besonderer Tag. Nach Jannis wird auch ihr sechsjähriger Sohn Elia in die Freie Schule Woltersdorf eingeschult. 2006 hatte sie über einen Aushang Elternpaare gesucht, die ihre Initiative für eine Schulgründung unterstützen wollten. „Ich habe mich damals viel mit Gehirnforschung beschäftigt und bin darüber auf reformpädagogisch orientierte Lernkonzepte gestoßen“, sagt die Geschäftsführerin des Schul-Trägervereins. „Ich wollte etwas anderes für Jannis. Er ist eher ein zurückhaltender Junge. Hier kommt er aus sich heraus. Ich glaube, diese Zeit hätte man ihm auf einer staatlichen Schule nicht gegeben“ ist Andrea Wolter überzeugt. Dann fordert sie Eltern, Kinder und Freunde zum Ulmentanz auf. „Die Schrittfolge ist ganz einfach. Ein paar nach links, dann nach rechts, nach vorn und zurück“, ruft Andrea Wolter in ihr Kopfmikrofon. „Mit dem Tanz wollen wir Menschen mit viel Verantwortung ins Wesentliche zurückholen.“

Auch die Abc-Schützen, die sich mit ihren Lehrern nach drinnen zurückgezogen hatten, sind mittlerweile in den Garten zurückgekehrt. „Wir haben unsere Wünsche für das Schuljahr auf Blätter geschrieben, die wir an die Eberesche hängen“, erklärt Orania. Traditionell wird zur Einschulung ein Baum gepflanzt – Symbol für den neuen Lebensabschnitt. „Seid neugierig und fragt warum“, gibt ein Besucher den Erstklässlern mit auf den Weg. Auch Pamela hat einen Wunsch an einen Ast gehängt. „Ich will Freude am Lernen wecken“, sagt die Lehrerin. „Während des Schuljahres schauen wir, ob die Wünsche in Erfüllung gegangen sind.“

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