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Verlegung der Stolpersteine abgeschlossen

Marco Marschall / 01.11.2011, 07:45 Uhr - Aktualisiert 01.11.2011, 19:46
Seelow (MOZ) Seelow (mm) Mit einem Filmabend und einem Konzert im Seelower Jugendclub Frizz ist am Sonnabend die Aktion Stolpersteinverlegung abgeschlossen worden. Gezeigt wurde der Film „Die Kinder von Paris“. Die Band „Harry’s Freilach“ ließ den Abend mit Gitarre und Klarinette ausklingen.

Als „würdevoll“ und bewegend“ bezeichnete Frizz-Leiter Jens Lavrenz in seiner Rede zur Abschlussveranstaltung die Verlegung der zwölf Stolpersteine im Gedenken an die aus Seelow deportierten jüdischen Familien Reißner, Irmlig, Wangenheim sowie für Adelheid Philippsborn und die Zwangsarbeiter Heinz, Elli und Mathel Cohn. In seiner Rede resümierte Lavrenz noch einmal den langen Weg von der Idee bis hin zur Aktion.

Weitere Aktionen zum Gedenken

Anstoß sei letztlich der Besuch der Nachfahren der aus Seelow ins Warschauer Ghetto deportierten Adelheid Phillipsborn gewesen, die in der Kreisstadt keine Spuren der Großmutter fanden. Mit der Stolpersteinverlegung habe man einen Beitrag dazu geleistet, die Nachfahren der Familien zu befrieden, sagte Lavrenz, nachdem in Seelow lange Zeit zum Schicksal jüdischer Familien im Ort geschwiegen wurde.

Landtagsabgeordnete Bettina Fortunato sagte, die Aktion habe Anstoß dafür gegeben, sich tiefer mit Geschichte zu befassen, als das mit einem Blick in die Bücher möglich wäre. Die Abgeordnete und der Clubleiter sind sich einig, dass die Stolpersteine nicht die letzte Aktion zur Aufarbeitung jüdischer Geschichte in Seelow gewesen sein soll. Zudem müsse weiter versucht werden, Schulklassen für das Thema zu sensibilisieren.

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Mark Melzer 01.11.2011 - 23:27:22

Aufklärung ist nötiger denn je

Lob ans FRIZZ, haben sie doch bereits 2006 es verstanden, eine ganze Stadt und Region gegen den braunen Spuk zu mobilisieren und den Aufmarsch von Horch und Konsorten nachhaltig verhindert. Dummschwätzer wird es immer geben, dem muss man sich auch in Zukunft widersetzten - ich bin dabei!

Oderbruchbahner 01.11.2011 - 18:34:01

@Einwohner

Solange menschliche Dummheit zu solchen Kommentaren fähig ist, ist es notwendig an das Leid der Opfer zu erinnern. Das hat wenig mit Schuldkult zu tun, da die Schuldigen daran auf dem Friedhof liegen oder dement vor sich hin dämmern. Die Stolpersteine dienen vor allem dazu, zu verhindern, dass sich abermals junge Menschen schuldig machen!

Wilhelm 01.11.2011 - 12:09:00

"Schulklassen dem Schuldkult geopfert"?

EINWOHNER, du scheinst ja sehr viel braune "Soße" im Kopf zu haben! Wie wäre es mit ein wenig mehr Respekt gegenüber vielen unschuldigen Opfern - da sind solche Stolpersteine das mindeste?!

Chergverfolgte 01.11.2011 - 10:24:53

alles im Auge des Betrachters

siehe auch auf die elf Heimat-Leserkommentare unter folgenden Link: www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/357354

Einwohner 01.11.2011 - 09:20:57

Abgeschlossen

ist diese Aktion erst wenn der Hersteller der Stolpersteine seinen Verdienst an dieser Künstler ABM gespendet hat und diese Steine alle entfernt wurden und in der Zentralgedenkstätte für den Holocaust in Berlin abgelegt werden. Da können dann Schulklassen dem Schuldkult geopfert werden.

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