"Silicon Sanssouci ist ein Zusammenschluss Potsdamer Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationstechnologie, deren Ziel es ist, das Profil der Landeshauptstadt Brandenburgs als einen exzellenten IT-Standort zu schärfen", heißt es auf deren Website. Aber auch der ländliche Raum ist von Interesse.
Auch Thomas Kralinski, Staatssekretär für Digitales in Brandenburg, betonte die Außergewöhnlichkeit des Smart Village-Projektes in Wiesenburg. "Was hier entsteht, könnte zukunftsweisend sein", so Kralinski. Immerhin wurde in Wiesenburg schon der Startschuss für die Gründung eines neuen Dorfes, des KoDorfs am Bahnhof, gegeben.
Das Smart Village-Projekt sei etwas für neue Arbeits- und Lebensmodelle. Eine derartige  Entwicklung im Land Brandenburg - 30 Jahre nach der Wende - sei international von Interesse.
In der ersten Bürgerbeteiligung für die Entwicklung der beiden Standorte konnten die Einwohner ihre Ideen äußern. In einer ersten Gesprächsrunde wurden Vorschläge zusammengetragen. Zusammengefasst sollten sie dann Grundlage für eine Vertiefung in einzelnen Gesprächsrunden sein. Dabei ging es nicht nur um die beiden Areale allein, sondern um die Attraktivität des gesamten Ortes und seiner Umgebung.
Vorhandene Konzepte sollten einbezogen werden, so Barbara Klembt. Alles, was für die Leute wichtig ist, müsse zentral bleiben. "Industrie wird nicht mehr herkommen", so Lars Geißler vom Verein "Silicon Sanssouci". Aber mit dem Projekt Smart Village Campus habe man die einmalige Chance alt und jung, wohnen und arbeiten zu verbinden. Eines der Hauptanliegen der Anwesenden war die Schaffung von Wohnraum. Schon jetzt ist die Gemeinde dahingehend ausgelastet. Im Rathaus und der Gemeindevertretung wird bereits gehandelt, es wird an einem Bebauungsplan gearbeitet. Außerdem wurde der alte Sozialtrakt der Drahtzieherei erworben, um ihn für Wohnungen herzurichten. Es soll sozialverträglicher Wohnraum geschaffen werden, altersgerechte Wohnungen, aber auch Singlewohnungen dürfen nicht vernachlässigt werden. Thema war immer wieder das "Generationenwohnen", um miteinander zu verbinden und voneinander zu lernen.
Der Wiesenburger Park ist ein touristischer Anziehungspunkt und zieht viele Besucher an. Oftmals wollen diese, wenn auch nur für eine Nacht, bleiben. Da fehlt es an Angeboten, so Georg Bartsch aus Wiesenburg, der selbst Zimmer vermietet. Eine Art Hostel oder auch Jugendherberge wäre nach Ansicht dieser Arbeitsgruppe gut. In diese Bresche schlugen auch diejenigen, die das Thema Tourismus vertieften. Erlebnistourismus für Familien war einer der Stichpunkte.
Ein weiteres arbeitsgruppenübergreifendes Thema war eine eigene Küche mit regionalem Essen. Diese könnte zusätzlich auch Kitas und die Schule versorgen. Ein möglicher Standort wäre der Sozialtrakt des Drahtwerkes, denn dort gab es früher Speisesaal und Werksküche.
Die Bemühungen zur Weiterentwicklung der Brauerei sind noch ganz am Anfang. Die Gemeinde strengt derzeit ein Zwangsversteigerungsverfahren für den insolventen Besitzer an. Das Drahtwerksgelände ist im Besitz der Gemeinde, erarbeitet wird ein Bebauungsplan, der auch eine Neuparzellierung enthält. Schon jetzt sind einige Hallen und Garagen an Kleinunternehmer vermietet. Das gilt es auszubauen, so auch die Arbeitsgruppe, die sich mit Unternehmen und deren Gründung auseinandergesetzt hat. Ein Handwerkerhof wäre gut, auf dem sich mehrere Gewerke zusammenschließen und auch gemeinsam Ausbildungen durchführen können. Weitergehende Möglichkeiten bietet die Digitalisierung, Eventuell ein Versuchsstandort für den Ausbau der 5G Frequenzen könnte errichtet werden.  Das Bürogebäude mit vielen Einzelbüros, W-Lan, Aufenthaltsraum, Toiletten und Duschen kann jetzt schon genutzt werden. Es gibt noch viel zu tun. Trotzdem blickt Marco Beckendorf zuversichtlich in die Zukunft. Er glaubt fest an die Verwirklichung der Pläne zur Entwicklung des Smart VillagProjektes. Der erste Schritt ist mit der Zukunftswerkstatt getan.