Das neue Kleid der alten Geschwister-Scholl-Schule am Weitzgrunder Weg zieht bereits seit einigen Wochen bewundernde Blicke auf sich. Die Neueröffnung als soziokulturelles Zentrum steht in diesem Jahr bevor und dürfte nicht nur viele Bad Belziger anlocken. Schließlich hatte kaum ein anderes Bauprojekt in den vergangenen Monaten mehr Interesse geweckt, als die Sanierung des alten Schulhauses. Insbesondere bei ehemaligen Schülern, die darauf brennen zu sehen, was aus ihrer „alten Penne“ geworden ist.

1928 in Dienst gestelltes Schulgebäude

Während dieser Tage noch letzte Arbeiten im Inneren erledigt wurden, hatte BRAWO Mitarbeiterin Bärbel Kraemer vorab Gelegenheit, schon einmal durch das sanierte Haus zu gehen. Spuren der früheren Nutzung findet man nicht mehr, denn das 1928 nach 15-jähriger Bauzeit in Dienst gestellte Schulhaus hat in den vergangenen zwei Jahren eine regelrechte Verwandlung erfahren.
In das Haus gelangt man über eine Licht durchflutete Lounge. Der ursprünglich an der Seite gelegene Haupteingang wurde dafür in die Vorderfront verlegt. Über drei Säulen ist das Foyer, in dem eine Cafeteria mit kleiner Küche eingerichtet wird, zum breiten Flur hin geöffnet und gibt damit den Blick in das großzügige Erdgeschoss frei.

Seminarräume, Bibliothek, Jugendtheater

Während sich rechts und links davon Seminarräume befinden, sind die Räume gegenüber der Lounge, rund 80 Quadratmeter, für die städtische Bibliothek reserviert. Leseratten jedes Alters werden die neuen Räume der Bibliothek lieben! Barrierefrei über den Haupteingang zugänglich, ist natürlich nicht nur das Erdgeschoss, sondern das gesamte Haus. Mit dem Fahrstuhl kann, muss es aber nicht in das Dachgeschoss gehen. Denn das edle alte Treppenhaus aus der Bauzeit des Hauses wurde erhalten. Im Dachgeschoss, wo das Jugendtheater „Strumpfhose“ bereits vor der Sanierung ein Dach über dem Kopf hatte, wird das Theaterensemble auch künftig zuhause sein. Der alte düstere Theatersaal hat sich jedoch in einen so genannten Multifunktionssaal für bis zu 200 Menschen verwandelt - groß, hell, von Licht durchflutet aber auch komplett abdunkelbar. Dieser Saal - Glanzstück und Herz des Hauses das eher die Bezeichnung Festsaal statt Multifunktionssaal verdient - wird in Zukunft wohl noch oft von sich reden machen. „Die Fachfirmen, die hier im Haus tätig waren, haben sehr gute Arbeit geleistet“, sagt Christine Stephan von der Bauverwaltung.

Kreativwerkstatt mit Brennraum, Klub- und Probenraum

Über das zusätzlich neu angebaute Treppenhaus, dass zugleich als zweiter Rettungsweg gilt, geht es vom Dachgeschoss zurück in den Keller, auf den ebenfalls eine neue Nutzung wartet. Große Fenster an der Nordseite geben den Räumen dort Gastlichkeit und ideale Lichtverhältnisse, für kreative und künstlerische Tätigkeiten. Eine Kreativwerkstatt mit Brennraum sowie ein Klub- und ein Probenraum für die Jugendarbeit sollen eingerichtet werden. An die frühere Nutzung als Kohle- und Heizkeller erinnert auch hier nichts mehr.

2,5 Millionen Euro für Sanierung des alten Schulhauses

Rund 2,5 Millionen Euro flossen in die Sanierung des alten Schulhauses. Davon nahezu 2,3 Millionen Euro aus dem Bund- Länder-Programm „Soziale Integration im Quartier“. Bauamtsleiter Robert Wildgrube ist sich sicher, dass das Haus eine vielseitige Nutzung durch die Einwohner der Stadt, durch Vereine und Institutionen erfahren wird - die Voraussetzungen dafür sind geschaffen. Fehlt nur noch die Gestaltung der Außenanlagen, damit das Haus seiner neuen Bestimmung zugeführt werden kann.