Für Rolf Sommer aus Borkheide war der Aquarellsonntag ein ganz besonderes Erlebnis. Der 88-Jährige nahm zum ersten Mal am Fläming-Farben-Fest teil und sahnte mit seinem Bild der Bricciuskirche gleich den ersten Preis ab.
Mit dem Malen fing er erst mit dem Renteneintritt an, vor allem, um eine neue und schöne Beschäftigung zu haben. Er absolvierte viele Malkurse, um seine Fähigkeiten zu verbessern. Rolf Sommer malt hauptsächlich Aquarell. „Ich muss vor der Natur sitzen und sehen, was ich male“, erzählt er. Da Teile seines Körpers gelähmt sind, fuhr ihn seine Tochter nach Bad Belzig. Die Behinderung macht sich bei Rolf Sommer vor allem bei Arbeiten mit dünneren Pinseln bemerkbar. Das tat aber der Schönheit seines Bildes keinen Abbruch und auch die mitgereiste Familie freute sich über den Erfolg.

Die Teilnehmer kamen nicht nur aus Bad Belzig - Sandy Zientz reiste aus Mellensee an

Die Teilnehmer des Malsonntags hatten vier Stunden Zeit, ihr Motiv zu Papier zu bringen. Einige schafften in dieser Zeit sogar zwei Zeichnungen. Auch Kinder waren mit Begeisterung bei der Sache und freuten sich über Pinsel und Eis als Preis. Die Maler kamen nicht nur aus der Bad Belziger Umgebung, wie Sandy Zientz zeigt. Sie hatte vom Aquarellsonntag gelesen und kam extra aus Mellensee angereist. „Eigentlich bin ich noch ein Anfänger“, schmunzelte sie. Sie wollte es einfach mal probieren. Um zu lernen, hat sie einige Malkurse besucht und sieht dies als Ausgleich zu ihrem Beruf.

Marie Thiele und Franziska Emmert nahmen bereits mehrfach am Fläming-Farben-Fest teil

Marie Thiele und Franziska Emmert waren schon öfter dabei. Sie hatten sich vor dem Bergfried auf einer Decke eingerichtet und dort ihre Motive gesucht. Beide malen seit ihrer Kindheit. Marie Thiele hat sich die von der Burg aus zu sehende Kirchturmspitze der Marienkirche ausgesucht. Diesmal hat sie etwas experimentiert und Aquarellbuntstifte mit Wasserfarben aus einem alten DDR – Malkasten kombiniert. Franziska Emmert hatte es die Außentreppe vor der Burg angetan, die hinunter in die Altstadt führt. Als noch Zeit war, versuchte sie sich an einem Rosenbusch.

Wunna Pfeiffer un Yasir Ahmad kamen mit Kind, Oma und Schwester aus Raben

Wunna Pfeiffer und Ehemann Yasir Ahmad kamen mit der ganzen Familie aus Raben. Während Oma das Enkelkind hütete konnten sich die beiden mit ihren Motiven beschäftigen. Wunna Pfeiffer eigentlich schon immer, ihren Ehemann hat sie damit angesteckt, so dass auch er zu Farben und Pinsel griff. Auch ihre Schwester war dabei, eine kunstbegeisterte Familie also.
Vor der Kirche konnten Interessierte unter Anleitung von Iris Seraphin mit Farben experimentieren. Jedoch wurde dabei kein Pinsel benutzt, sondern ein Spachtel. Dabei entstanden wunderschöne Farbkombinationen. „Die Teilnehmenden sollen sich inspirieren lassen“, so Iris Seraphin. Diese Art der Malerei begeisterte auch Nicole Bunzel. „Das macht sehr viel Spaß“, so ihr Fazit.

21 Bilder von 15 Teilnehmern gingen in die Bewertung ein

Insgesamt konnten schließlich 21 Bilder von 15 Teilnehmern bewertet werden. Und das war nicht leicht bei den vielen schönen Arbeiten, die an diesem Nachmittag entstanden sind. Schließlich gab es neben Rolf Sommer als Gewinner und Irina Franken als Zweitplatzierte in diesem Jahr zwei dritte Plätze. Diese belegten Jasmin Franken und Wunna Pfeiffer. Mal´s Scheune und Iris Seraphin hatten Gutscheine für Veranstaltungen zur Verfügung gestellt, es gab Malutensilien und einen großen Blumentopf mit einer Fingerhutpflanze. Für die musikalische Umrahmung sorgte wie schon im vergangenen Jahr Percussionist Ravi Srinivasan. Nach dem Willen der Organisatoren wird es auch 2022 ein Fläming-Farben-Fest geben, vielleicht diesmal auch an einem anderen Ort.