Aus allem, was gebraucht ist, versucht sie, etwas Neues entstehen zu lassen. In der vergangenen Woche konnten das die Teilnehmer in der Alten Schule Wiesenburg wieder mit ihr gemeinsam tun. Schon im vergangenen Jahr wurden dort kreative Ferien angeboten. Margit Wolfinger gibt ihre Ideen gern weiter. „Ich liebe Materie und es ist mir immer zu schade, Dinge wegzuwerfen“, erklärt sie schmunzelnd. Wenn sie Dinge sieht, bekommt sie schnell neue Ideen. „Aber man kann nicht alles sammeln“, lacht sie. So hat sich die leidenschaftliche Filzerin auf bestimmte Materialien konzentriert.

Aus Altpapier Kunstwerke machen

Und man staunt, was so alles aus „altem Zeug“ werden kann. Neu in diesem Jahr sind die Papierperlen. Diese erfordern ein bisschen Fingerfertigkeit. Dünne Papierstreifen werden über ein Holzstäbchen gerollt und vorsichtig verklebt. So entstehen zauberhafte Dekorationen. Auch die kleinen Geschenktüten stehen wieder auf dem Programm, ganz einfach hergestellt aus alten Katalogen, die sonst in der Papiertonne landen würden. Für Material klappert Margit Wolfinger oft Baumärkte und Raumausstatter ab.

Weiternutzen statt wegwerfen

Wenn diese die Kollektionen wechseln, haben die alten Kataloge ausgedient. Diese darf sich Margit Wolfinger dann mitnehmen, da sie stabiler sind als normale Zeitschriften. Eine einfache Art, Papiermüll zu vermeiden, ist das Anfertigen kleiner Notizhefte. Aus ihrem Leben im ZEGG weiß sie, wie oft Flipchartblätter nur zur Hälfte beschrieben sind. Auch zu Hause ist es oft so, dass das Papier weggeworfen wird, wenn zum Beispiel ein Ausdruck danebengeht. Margit Wolfinger schneidet sich die Blätter zu und verbindet sie zu kleinen Heftchen. Als Deckblätter dienen die stabileren Blätter der Kataloge. Dabei macht es gar nichts, wenn auch irgendwo noch ein Strich oder ein Wort steht.

beeindruckende Neukreationen

Beeindruckend ist jedoch die Verarbeitung der Kaffeetüten. Diese kann man auch mit Stoffen, wie zum Beispiel alten Jeans, kombinieren. Die Tüten werden zugeschnitten, gesäubert und anschließend zwischen zwei Blättern Backpapier gebügelt. Dadurch klebt die Tüte zusammen und wird richtig stabil. Es wird ein Pfalz vorgezeichnet, so dass man die Ränder knicken kann. Bei Stoffen fixiert man normalerweise mit einem Faden oder Stecknadeln, damit alles in Form bleibt und beim Nähen nicht verrutscht.

Taschen und Geldbörsen aus Filtertüten

Das geht bei den Kaffeetüten nicht. Margit Wolfinger nutzt dazu schmales, doppelseitiges Klebeband. Als Henkel dient normaler, kräftiger Stoff, perfekt dafür sind jedoch Sicherheitsgurte aus dem Auto. So kann sich jeder seine bevorzugte Form und Größe einer Tasche anfertigen. Auch kleine Geldbörsen lassen sich herstellen. Margit Wolfinger hat die Idee von Rucksäcken aufgegriffen und umgesetzt, da sie viele junge Menschen damit herumlaufen sah. Und der Vorteil: Jedes Teil ist ein Unikat.

Aufarbeiten ist aufwändig

Produkte aus Recycling-Material gibt es auch schon zu kaufen. Wenn auch zu einem ziemlich hohen Preis. Margit Wolfinger kann dies erklären. Die Materialien bekäme man ja kostenlos, aber das Aufarbeiten sei eben sehr aufwändig. So entsteht der verhältnismäßig hohe Preis.
Etwas, was man auch gut mit Kindern machen kann, sind Schalen und Dosen aus Papierstreifen. Dazu werden aus Zeitschriften etwas breitere Streifen geschnitten und über einen Bleistift schräg aufgerollt.

Auch Ideen für Kinder

Dann zieht man den Bleistift heraus und streicht das Ganze glatt. Hat man genügend Streifen, werden diese straff aufgerollt und immer ein Ende an das andere geklebt. So entsteht eine große Papierschnecke.  Dabei muss man aufpassen, dass man die Rollen wirklich nur an den Enden verklebt, sonst kann man sie hinterher nicht mehr eindrücken. Denn dadurch werden Schalen und Dosen geformt. Um alles zu festigen, kann das Ganze später noch einmal farblos lackiert werden.

Kreativität ist gefragt

Aber auch gestalten kann man in den kreativen Ferien. Und das tun auch die Erwachsenen gern. Dorothee Bornath ist zum ersten Mal dabei und hatte für ihre Arbeit eine rührende Idee. Kürzlich war ihre Schwester zu Besuch. Diese hatte großes Mitleid mit dem Schwan, der immer einsam und allein durch Wiesenburg watschelte. Dorothee Bornath fand eine Schwanenfeder und setzte diese nun auf einem Bild in Szene, um dieses ihrer Schwester zu schenken. „Es gibt so ein grandioses Angebot hier“, sagt sie und meint: „Schade, dass sich nicht mehr angemeldet haben“.

Ideen und Erfahrungen weitergeben

Aber die kreativen Ferien gibt es bestimmt im nächsten Jahr wieder und vielleicht entscheidet sich dieser oder jener doch, es einmal mit Upcycling zu versuchen.
Margit Wolfinger wird auf jeden Fall wieder dabei sein und ihre Ideen und Erfahrungen weiter geben. Aber so lange braucht man nicht zu warten. Man kann sie nämlich für Kurse engagieren. „Sinn macht es für Kinder ab zehn Jahren und natürlich auch Erwachsene“, sagt Margit Wolfinger. Da wären Veranstaltungen in Familienzentren oder in Schulen denkbar. Nähere  Informationen gibt es im Internet unter: https://margit-online.de/ .