Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat die Beelitzer Oberschule ausgezeichnet. Für die gute Vorbereitung der Kinder und Jugendlichen nicht nur auf die Berufslaufbahn, sondern auch das Leben im Alltag, erhielt die Einrichtung den Gold-Status als "Verbraucherschule". Seit Jahren wird mit ganz unterschiedlichen Projekten soziales, ökologisches und wirtschaftliches sowie Gesundheitsbewusstsein gefördert.

Verbraucherzentrale zeichnet Oberschule Beelitz aus

Große Ehre für die Oberschule: Der Bundesverband der Verbraucherzentralen in Deutschland hat das Engagement der Beelitzer Lehrer und Schüler für eine aktive Verbraucherbildung mit der Auszeichnung "Verbraucherschule" in Gold gewürdigt. Als Anerkennung lädt die Staatssekretärin für Verbraucherschutz, Anna Heyer-Stuffer, die ausgezeichneten Schulen am morgigen 9. März zu einem virtuellen Austausch ein.

Verbraucherschutz-Staatssekretärin Anna Heyer-Stuffer spricht lobende Worte

„Wer in der Schule einen bewussten Konsum lernt, hat es später leichter im Leben, egal ob es um den Handyvertrag geht, Schutz im Internet oder gesunde und nachhaltige Ernährung. Ich freue mich deshalb sehr, dass Brandenburg bei den Verbraucherschulen wieder vorn dabei ist“, so Verbraucherschutz-Staatssekretärin Anna Heyer-Stuffer. Christian A. Rumpke, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Brandenburg, begrüßt vor allem, dass die ausgezeichneten Schulen auch während der Pandemie-Zeit aktiv Verbraucherbildung vorangebracht haben: „Gerade in Krisenzeiten wird deutlich, wie notwendig Verbraucherkompetenzen sind. Wir freuen uns über das herausragende Engagement der ausgezeichneten Brandenburger Schulen.“ Neben den Beelitzern wurden aus dem Land Brandenburg außerdem die Potsdamer Gesamtschule "Peter Joseph Lenné" und das Konrad-Wachsmann-Oberstufenzentrum (Frankfurt/Oder) in der Kategorie Silber geehrt. Mit den beiden Verbraucherschulen in Gold, die 2020 für zwei Jahre ausgezeichnet wurden, lautet die Bilanz: Dreimal Gold, zweimal Silber. Damit liegt Brandenburg mit fünf Verbraucherschulen über dem Bundesdurchschnitt.

Jahrelanges Engagement für einen praxis- und werteorientierten Unterricht gewürdigt

Mit der Auszeichnung wird das jahrelange Engagement der Oberschule Beelitz für einen praxis- und werteorientierten Unterricht gewürdigt, zu dem auch das gesunde und bewusste Konsumverhalten zählt. Die ausgezeichneten Besonderheiten der Schule spiegeln sich an der Teilnahme am Projekt „Gute gesunde Schule“, dem Projekt „medienfit“ und der umfänglichen Kooperation mit der Stadt Beelitz wider. Zudem ist die Oberschule seit Februar 2017 Modellschule für die Schulgesundheitsfachkraft. Bereits seit 2014 besteht die Schülerfirma „SolarEss“, die nicht nur den Schülerclub betreibt, sondern auch für eine gesunde Pausenversorgung der Schüler und Lehrkräfte sorgt. Das Motto „Wir leben gesund!“ wird beim Projekttag zu gesunder Ernährung mit Yoga und Meditation praktiziert.

Soziales, ökonomisches und ökologisches Engagement der Schüler wird gefördert

Außerdem wird viel Wert auf soziales, ökonomisches und ökologisches Engagement der Schüler gelegt. So nehmen die Jugendlichen traditionell am „Tag für Afrika“ teil, die 10. Klassen entmüllen den städtischen Wald und die Achtklässler sorgen für die Aufforstung mithilfe einer Waldpatenschaft. Die Siebtklässler gestalten ihre eigenen Taschen im Rahmen des Beelitzer „FairTradeTown-Projekts“ als Upcycling-Projekt in Zusammenarbeit mit Firmen in Townships in Südafrika. Außerdem finden mit der Stadt Beelitz als bekennende „FairTradeTown“ regelmäßig Projekttage zu Globalisierung, Upcycling und Nachhaltigkeit statt.

Schulleiterin Michaela Brückner freut sich sehr

Schulleiterin Michaela Brückner wertet die Anerkennung als Verbraucherschule als „eine tolle Sache, über die wir uns sehr freuen. Es zeigt, dass wir mit unserem Schulprogramm den richtigen Weg gehen, nämlich die Kinder und Jugendlichen nicht nur bestmöglich auf ihr späteres Berufsleben, sondern auch auf das Leben insgesamt vorzubereiten. Die Handlungsfelder, die für die Auszeichnung eine Rolle gespielt haben, bedienen wir zum Teil schon seit Jahren mit unseren Projekten. Alles in allem können wir ein Rundumpaket anbieten, das viele Bereiche des Alltags einschließt. Nun haben wir eine gute Bestätigung dafür, dass wir damit richtig liegen.“

Schüler werden für das Leben gut gerüstet

Mit dem Engagement der Schüler eng verknüpft ist das der Lehrkräfte, von denen etliche das nötige fachspezifische Rüstzeug für die Projekte bei Fortbildungen erwerben. Die Auszeichnung Verbraucherschule in Gold erhalten Schulen, wenn sie zusätzlich Verbraucherbildung im Schulcurriculum oder im Qualitätsprogramm verankert haben, um die Schülerinnen und Schüler zu starken Verbrauchern zu befähigen. Das breite Spektrum reicht bei den Beelitzern bis zum Thema „Meine erste Wohnung“ – mit Budgetplanung, Energiesparen, Verträgen und Versicherungen, inklusive Küchenplanung über das Ikeaonline-Portal mit Herstellung eines Holz-Modells.

Engagement für den heimischen Wald vor der Haustür

Die gelebte Verbraucherbildung im Schulalltag zeigt sich aber auch besonders stark beim Engagement für den heimischen Wald quasi vor der Haustür. Dabei werden Themen aus den Fächern Geografie, Biologie, WAT umfassend verknüpft. Hautnah erleben die Oberschüler besonders in unserer Region in heißen Sommern die hohe Waldbrandgefahr. Schüler haben die Situation der drohenden Evakuierung beim verheerenden Waldbrand 2018 in Fichtenwalde erfahren müssen und die Problematik direkt in die Schule getragen mit dem Ziel, selbst aktiv zu werden. Die langjährige Zusammenarbeit mit dem Beelitzer Revierförster Martin Schmidt ermöglicht es, Waldbrände durch Beseitigung von Unrat zu verhindern.

Schüler leisten einen Beitrag für den Klimaschutz

Aber die Schüler setzten noch eins drauf: Die symbolische Übergabe eines Waldstücks in Reesdorf in Kooperation mit dem Waldbesitzer Patrick Mühlhans lässt die Schüler sogar einen eigenen Beitrag für den Klimaschutz leisten. Denn dort soll die Entwicklung eines Nadelwaldes hin zum Mischwald vorangetrieben werden. Dazu waren im Dezember 2019 bei einem ersten großen Arbeitseinsatz von Schülern Samen verschiedener Laubbaumarten in den Waldboden gebracht worden. Für das Frühjahr 2012 sind weitere Pflanzaktionen und der Zaunbau zum Schutz der Jungbäume vor Fraßschäden geplant. Dafür würden die Schüler sogar an einem Samstag dort arbeiten.