Für sein vorbildliches Ausbildungsengagement wurde Dennis Lüdicke an seinem Ausbildungsplatz in der Werkstatt der Tischlerei Spatzier GmbH Verlorenwasser als Azubi des Monats März ausgezeichnet.
Wie so viele seiner Altersgenossen führte Dennis der Weg zunächst erst einmal ans Gymnasium. Doch der junge Mann, dem das Handwerk dank seiner handwerklich tätigen Eltern schon in die Wiege gelegt wurde, orientierte sich in dieser Zeit um und entschied sich für eine Ausbildung im Handwerk. Die Basis dafür bildete auch sein Schulbesuch in der Waldorfschule Potsdam, in der im Unterricht handwerkliches Arbeiten eine wichtige Rolle spielte. So sammelte er auf diese Weise bereits viele Erfahrungen mit unterschiedlichen Werkstoffen. Ergänzt wurde dies durch sein Schülerpraktikum in der 10. Klasse. Der Werkstoff Holz ließ in fortan nicht mehr los. An seinem Handwerk faszinieren ihn die verschiedenen Möglichkeiten der Be- und Verarbeitung des Werkstoffs Holz.
Dass diese Entscheidung die richtige war, bestätigen auch seine Ausbilder und Chefs in der Tischlerei Spatzier. Mit Dennis gewann der Handwerksbetrieb einen leistungsbereiten, kreativen Lehrling: "Seine Zuverlässigkeit, die Lernbereitschaft und der persönliche Ansporn, die eigenen Leistungen immer wieder zu verbessern, beeindrucken", lobt Jörg Spatzier seinen Lehrling. Die Gabe, auch Kritik anzunehmen und in positive Bahnen zu lenken, mache das Arbeiten mit ihm so spannend. "Er sucht Rat, wenn er nicht weiter weiß, spricht selbst Probleme offen an und ist ein Mann der klaren Worte."
Schon früh plante Dennis deshalb auch sein Gesellenstück: Eine Anrichte mit furniertem, schwarzen Korpus und einer Nussbaumplatte auf eisernen, gerosteten Füßen soll die Krönung seiner Ausbildung werden.
Sein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein spiegelt sich allerdings nicht nur in seiner Lehrzeit wieder. Wie viele seiner Altersgenossen macht sich der Wiesenburger um die ökologischen und regionalen Probleme Gedanken. So kauft der junge Mann, der in seiner Freizeit die "Fläming Voices" - einen Gospelchor aus dem Fläming - verstärkt, in Geschäften ein, die ausschließlich regionale Produkte anbieten. Er nutzt gebrauchtes Handwerkszeug, zum Beispiel aus Betriebsauflösungen, verwendet Mehrwegbriefumschläge für die "Umlaufpost" im Betrieb, gebraucht regionale Materialien oder Reste aus der Produktion. Auch das Material für sein Gesellenstück besteht zum Teil aus sogenannten "Abfallmengen". Damit leistet der junge Tischlerazubi, der im Oberstufenzentrum I - Technik Potsdam zur Berufsschule geht, aus eigenem Antrieb heraus einen wertvollen Beitrag zur Abfallvermeidung im Betrieb.
Wenn Dennis in wenigen Monaten auf seinen Gesellenbrief blicken darf, stehen seine Perspektiven im Betrieb auf grün: "Wenn er möchte, kann er gern in unserer Tischlerei bleiben, seine praktischen und theoretischen Erfahrungen weiter vertiefen und perspektivisch die Meisterausbildung in den Blick nehmen, " zeigt Tischlermeister Jörg Spatzier die Zukunft auf.
Die mehrfach preisgekrönte Tischlerei Spatzier, die im vergangenen Jahr ihr 125-jähriges Betriebsjubiläum feierte, bildet schon immer Tischlernachwuchs aus. Unter anderem erhielt der Handwerksbetrieb den Zukunftspreis Land Brandenburg für innovative Aktivitäten im Bereich Berufsausbildung und den Innovationspreis Berlin-Brandenburg im Jahr 2016. Regelmäßig bietet die Tischlerei Praktikantenstellen für Schüler und Studenten an. Bereits sechs Mal erhielt das Unternehmen den "Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege". Insgesamt 24 Mitarbeiter sind aktuell in der Tischlerei beschäftigt, davon fünf Lehrlinge.