Eröffnet wurde das Treffen, dass die Mitglieder nachfolgend ins Adolf-Schmidt-Observatorium für Geomagnetismus und zur Vorstellung des neuen Heimatkalenders nach Garrey führte, im Niemegker Rathaus. Nicht ohne Grund hatte der Vereinsvorstand dorthin eingeladen.Nach der offiziellen Begrüßung durch Bürgermeister Hans-Joachim Linthe lüfteten Potsdam-Mittelmarks Kulturbeauftragte Doris Patzer, Pressesprecherin Andrea Metzler und Amtsdirektor Thomas Hemmerling das Geheimnis. Die Eheleute Kästner wurden durch Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig für ihr Lebenswerk geehrt.
Während Günter Kästner krankheitsbedingt nicht dabei sein konnte, nahm Ehefrau Helga die Ehrung gerührt entgegen. "Damit habe ich jetzt nicht gerechnet", so die 84-Jährige und versprach, weiterzuarbeiten solang es die Gesundheit zulässt. Im Niemegker Rathaus geehrt zu werden, hatte für die Bad Belzigerin tiefe Bedeutung. "Hier hat meine Schwester geheiratet. Hier wurde Siegfried Dalitz Ehrenbürger der Stadt. Das sind besondere Erinnerungen", so Helga Kästner. Mit der Ehrung für das Lebenswerk der Eheleute ist ein weiterer Mosaikstein in den persönlichen Erinnerungen dazugekommen. "Niemegk liegt mir am Herzen", räumt sie später ein. Da hält sie schon den Dankesbrief des Landrats, Blumen und weitere Aufmerksamkeiten in den Händen.
Doch was steckt hinter den zehn Buchstaben des Wortes "Lebenswerk", an dem die 84-Jährige weiter arbeiten will, weiter schreiben will und für das der Landrat und die Chronistenvereinigung danken.
Das Kästnersche Lebenswerk besteht aus mehr als 130 Ortschroniken und ungezählten heimatgeschichtlichen Veröffentlichungen in der hiesigen Presse. Es besteht aber auch aus tausenden Fotografien, mit denen Günter Kästner Vergangenes vor dem vergessen bewahrte und aktuelles für die Gegenwart dokumentierte. Bereits vor der Gründung des CPM 1998 hatten sich die Eheleute der Pflege der Heimatkunde verschrieben. Der Vereinsvorsitzende Jaromir Schneider bezeichnete Helga Kästner in diesem Zusammenhang als "Urmutter des Vereins", die schon vor der Gründung desselben auf heimatgeschichtlichen Pfaden wandelte und in den 20 Jahren des Vereinsbestehens viele Projekt angeschoben hat.
"Der Name Kästner ist für mich schon immer eng mit der Heimatpflege und der Aufarbeitung der Geschichte verbunden. Ich danke ihnen für die jahrelange intensive Arbeit", so Niemegks Amtsdirektor Thomas Hemmerling. "Den Eheleuten Kästner sollte ein eigener Beitrag im Heimatkalender gewidmet werden", empfahl Doris Patzer. Das Grußwort des Landrats trug Andreas Metzler vor. Daran heißt es, dass beide großen Anteil daran haben, dass das "historische Gedächtnis des Landkreises bewahrt´" wurde. Uneigennützig und engagiert haben sie sie sich dieser gigantischen Aufgabe gestellt.
Daran aufzuhören, haben sie nie gedacht. Wenn gleich manches heute mehr Zeit braucht als früher, spornt die Vergangenheit sie immer wieder an, sich neuen Projekten zu stellen. Zwischenzeitlich hat Helga Kästners Begeisterung für alte Schriften und Günter Kästners Leidenschaft für die Fotografie auf viele jüngere Mitstreiter abgefärbt, die wie sie das Erbe der Vorväter pflegen und bewahren wollen.