Bad Belzig wird keine pestizidfreie Kommune, aber eine herbizidfreie. Das ist das Ergebnis der Diskussion um einen Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen, der vorsah, dass in der Stadt und den dazugehörigen 14 Ortsteilen auf öffentlichen Straßen und Wegen, Spiel- und Sportplätzen keine Pestizide mehr ausgebracht werden sollen (BRAWO berichtete).

Mediziner Michael Kalkofen klärt auf

Nach monatelanger und intensiver Diskussion in den städtischen Gremien erfolgte die Beschlussfassung durch die Stadtverordnetenversammlung. Jedoch nicht, wie ursprünglich im Antrag vorgesehen als pestizidfrei, sondern als herbizidfrei. Darauf hatte der Bad Belziger Michael Kalkofen (SPD) gedrungen. Im Vorfeld der Beschlussfassung hatte der Mediziner noch einmal den Unterschied zwischen Pestiziden und Herbiziden erläutert - und damit verbunden darauf hingewiesen, dass beispielsweise in Chlorprodukten Pestizide enthalten sind. „Ich halte den Antrag so, wie er ist, für bedenklich“, sagte Kalkofen mit Verweis auf die Verwendung von Chlor zum Beispiel in Freibad und SteinTherme.

Pestizide im Kampf gegen Eichenprozessionsspinner wichtig

„Pestizide sind in bestimmten Bereichen notwendig“, so der Bad Belziger weiter und erinnerte an immer wieder erforderliche Maßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner und Rattenbekämpfungen. So enthalten die dafür verwendeten Mittel ebenfalls Pestizide und hätten nach einer Beschlussfassung durch die Stadtverordnetenversammlung künftig nicht mehr verwendet werden dürfen. Um dies zu vermeiden, verständigten sich die Abgeordneten darauf, den Begriff Pestizid durch Herbizid zu ersetzen. Die Beschlussvorlage mit neuem Wortlaut wurde anschließend mehrheitlich beschlossen.

Insektenfreundlich und giftfrei

Ferner sollen zukünftig in der Stadt Bad Belzig und den dazugehörigen 14 Ortsteilen vermehrt bienen- und insektenfreundliche Blühflächen angelegt, Bürger über die Bedeutung von Biodiversität informiert und Möglichkeiten zum giftfreien Gärtnern aufgezeigt werden.