Die guten Zeiten der Wiesenburger Schlossbrauerei sind vorüber. Vom früheren Glanz künden historische Ansichtskarten. Wie dieses Exemplar um 1910, als auf dem Areal gebraut und Ökonom Schäfer einen Ausschank betrieb. Drei Gästezimmer, ein Sommergarten und eine Kegelbahn luden zum Verweilen. Seit der Schließung der Brauerei 1994 sind die Gebäude dem Verfall preisgegeben. Erbauen ließ sie Curt Friedrich Ernst von Watzdorff. Nach zweijähriger Bauzeit waren die Gebäude am 1. Februar 1866 soweit hergestellt, dass das tägliche Brauen am neuen Standort beginnen bzw. die im 15. Jahrhundert begonnene Brautradition fortgesetzt werden konnte.

Nur Bier aus der Schlossbrauerei Wiesenburg durfte die Dorfkrüge in der Brandtsheide füllen

Für die jeweiligen Schlossherren war damit ein einträgliches Geschäft verbunden, weil für die Dorfkrüge in der Brandtsheide der Bierzwang bestand. Das heißt, dass nur Bier aus der Schlossbrauerei ausgeschenkt werden durfte. Gebraut wurde Braun-, Bayrisch-, Export- und Bockbier. Im Frühjahr 1887 verließ ein Fass Bier die Schlossbrauerei, welches Otto von Bismarck zum Geburtstagsgeschenk gemacht wurde - sein Name: Wiesenburger „Fürstenbräu“. 1949 wurde aus der Schlossbrauerei der Volkseigene Betrieb (VEB) Brauerei Wiesenburg. 1972 wurde derselbe ein Betriebsteil des Getränkekombinats Potsdam. Alle Versuche, den Betrieb zu privatisieren, schlugen fehl. Jetzt will die Gemeinde das Areal entwickeln.

Einst und jetzt

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