Die Freie Schule Fläming e.V. möchte sich in der Gemeinde Wiesenburg/Mark ansiedeln. Auf der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses stand eine Beratungsvorlage zur Diskussion. Zu Gast waren die Vorstandsmitglieder Julia Strehler sowie Paul und Thomas Wernicke. Sie informierten über die Pläne des Vereins. Danach soll der Schulbetrieb bereits im Schuljahr 2021/2022 beginnen.

Umzug in die ehemalige Arztpraxis  in Schmerwitz

Zuerst in der  ehemaligen Arztpraxis  in Schmerwitz. Dort ist der Schulbetrieb für zwei bis drei Jahre mit 16 Kindern angedacht. Das ist bereits mit dem Ortsbeirat Schlamau/Schmerwitz abgesprochen. Der Verein wird Mieter der Räumlichkeiten und übernimmt alle anfallenden Kosten, welche im Zusammenhang mit den notwendigen Umbaumaßnahmen, der dafür erforderlichen Planung und Antragsverfahren einhergehen. Die Gemeinde reicht lediglich den durch den vorlageberechtigten Architekten vorbereiteten Bau- beziehungsweise Umnutzungsantrag beim Landkreis ein. Beraten werden muss, ob eine Miete erhoben werden soll. Die Nebenkosten trägt der Mieter. Nachmieter soll der Naturkindergarten werden.

Schulneubau wird parallel dazu geplant

Parallel dazu ist ein Schulneubau geplant. Als Ort ist ein Gelände hinter der Grundschule am Schlosspark im Visier, auf dem sich derzeit der Schulgarten befindet. Der Neubau beinhaltet einen angegliederten Hort, eine Oberschule und Sekundarstufe 2 für 150 Schüler. Die Gemeinde könnte das Grundstück zur Verfügung stellen sowie Planung und Bau des Lernzentrums übernehmen. Das ist über einen Kredit möglich. Anschließend pachtet der Verein das Gelände und das Gebäude. Mit den Pachteinnahmen kann der Kredit getilgt werden. Mit der Verpachtung ist der Verein für alle Maßnahmen zur Pflege und Erhaltung des Areals zuständig. Der Verein Freie Schule Fläming e.V. möchte eng mit der Grundschule Am Schlosspark zusammenarbeiten. Das Gelände soll gemeinsam genutzt werden. Angedachter Schulbeginn ist 2023/2024, mit dem dann die Nutzung in Schmerwitz entfällt.

Grundschul-Leiterin Ilona Zehnsdorf sieht die Pläne mit Skepsis

Unsicher, wie das alles funktionieren soll, ist die Grundschul-Leiterin Ilona Zehnsdorf. Sie bemängelt, dass in die Grundschule in der Vergangenheit nicht ausreichend investiert wurde und jetzt Millionen für einen Neubau ausgegeben werden sollen. Immerhin stehen zwischen zwei und vier  Millionen Euro im Raum. Dem widersprach Bürgermeister Marko Beckendorf vehement. Nach der Konsolidierung des Haushalts wurden wichtige und notwendige Maßnahmen umgesetzt. So wurde die Fassade erneuert, in den Klassenräumen Hand angelegt und die brandschutztechnischen Auflagen umgesetzt. In diesem Jahr ist die Renovierung des Speisesaals geplant.

Gemeinsame Nutzung vieler Einrichtungen vor Ort

Mit dem Bau der Schule können auch  Sportplatz, Turnhalle, Bibliothek und Musikschule gemeinsam genutzt werden. Ute Paulmann-Boll, Mitglied im Sozialausschuss und Gemeindevertreterin aus Reetz, befürwortet die Idee. Es tue ihr zwar um den Schulgarten leid, den sie selbst mit angelegt hat, aber sie hofft dafür auf eine Ersatzfläche. Auch die Vorsitzende der Gemeindevertretung, Marion Gante, ist an sich für das Vorhaben. Sie nimmt jedoch den Hinweis von Ilona Zehnsdorf ernst und verspricht, die Angelegenheiten im Blick zu behalten.  Außerdem sei dies nur eine Diskussionsgrundlage. Es geht lediglich um eine Meinungsfindung. Der Vorschlag des Vereins wird demnächst auch im Entwicklungsausschuss beraten, ehe es zu einer Beschlussvorlage in der Gemeindevertretung kommt. Das Votum aus dem Sozialausschuss ist überwiegend positiv. „Aber es müssen klare Aussagen für die Nachnutzung in Schmerwitz getroffen werden und das in enger Zusammenarbeit mit dem Ortsbeirat“, so Marion Gante. Die Freie Schule Fläming e.V. sieht ihren Plan nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zum bestehenden Schulbetrieb. „Nun müssen sich Grundschule und Verein zusammenfinden“, betonte Gante. Der Verein ist auf allen Ebenen zur Zusammenarbeit bereit.