Pflanzen und Blüten sind nicht nur etwas fürs Auge, sondern für alles Sinne. Davon konnten sich die Besucher des Naturparkzentrums in Raben zur Brandenburger Landpartie überzeugen. Die Veranstalter hatten in den „Garten der Sinne“ eingeladen.

Katja Dräger arbeitet seit vielen Jahren im Naturparkzentrum

Schon beim Betreten des Gartens gab es ein Farbspektakel – die Scabiosa stand in voller Blüte und dazu noch in der Originalfarbe. Spaziergänger kennen sie meist in einem hellen lila Farbton, aber eigentlich ist sie tief violett. „Aber mit der Zeit mendelt sie aus“, erklärt Katja Dräger. Das heißt sie verliert ihre ursprüngliche Farbe.
Katja Dräger hat Landschaftsnutzung und Naturschutz in Eberswalde studiert und arbeitet seit vielen Jahren im Naturparkzentrum. Im Frühjahr hat sie mit Kindern und Familien Ostereier gefärbt, dazu unter anderem Blüten genutzt. Viele kennen das Färben mit Roter Bete, Zwiebelschalen oder Spinat. Kurkuma gibt einen kräftigen Gelbton. Leider verblassen die Farben mit der Zeit auf dem Papier, so dass Katja Dräger versucht hat, den Sud mit Alaun zu fixieren. Wie in einem Versuchslabor. Dräger setzt mit verschiedenen Blüten einen Farbsud an und beobachtet, wann die Pflanze ihren Farbstoff freigibt. Für festere Farbe zum Malen hat Katja Dräger dem Sud Speisestärke zugesetzt und mit Gips vermischt. Das ergibt Malkreide. „So etwas mache ich gern mit Kindern, weil schnell ein Ergebnis zu sehen ist.“

Essbare, färbende, bunte Blüten und Pflanzen im Garten der Sinne

Es gibt auch ganz spezielle Färberpflanzen. Familie Schepanski aus Caputh hatte ein solches Exemplar gepflanzt. Schon die Blüte hatte die Familie fasziniert, denn sie strahlte erst blau und dann gelb. Die Familie war ganz erstaunt, dass mit vielen bekannten Pflanzen gefärbt werden kann. Wie zum Beispiel mit der Goldrute, die oft massenweise an Wegrändern wächst.
Auch essbare Blüten und Pflanzen sind in Raben zu finden. Der Maulbeerbaum auf dem Gelände hat gut angesetzt, daraus stellen die Mitarbeiter des Naturparkzentrums später Gelee und Marmeladen her. Ebenso aus dem Holunder, der in der Blüte steht. Katja Dräger freut sich jetzt schon auf die Ernte. Man hat in Raben auch schon Sirup auch Flieder oder Hundsrosenblättern hergestellt.

Flieder und Rosen haben einen intensiven, fast seifigen Geruch

Einiges ist auch einfach Geschmackssache. „Gerade Flieder und Rosen haben einen intensiven, fast seifigen Geruch, das ist nicht jedermanns Sache“, sagt Katja Dräger. Riechen und schmecken konnten die Gäste am Kräuterbeet. Wer kennt sie nicht, die beliebte Waldmeisterbowle. Die Zeit ist allerdings vorbei, aber Minze und Zitronenmelisse wachsen das ganz Jahr über. Heiß als Tee, aber auch einfach als Ergänzung zu einem kalten Drink geben sie dem Getränk einen besonderen Pfiff. Begeistert ist Katja Dräger von den Schnittlauchblüten, denn auch sie sind essbar, zum Beispiel für Schnittlauchblütenbutter zu verwenden. „Das ist ein Hingucker“, so Katja Dräger.