Amsel, Drossel, Fink und Star gehören zu den Vögeln, die Bernd Willmann aus Groß Briesen Sommer für Sommer mit ausgelassenem Gezwitscher beglücken. Im vergangenen Jahr hat sich jedoch ein Vogel eingereiht, der hierzulande selten zu hören und zu beobachten ist: der Wiedehopf.
Und damit ist Willmann beim Thema. Begeistert erzählt er von jenem Tag, an dem er erstmals einen Wiedehopf zu Gesicht bekam. Drei Jahre ist das mittlerweile her. Die Begegnung ließ ihn nicht mehr los. Heute ist der 57-jährige Experte in Wiedehopf-Fragen und versucht den Vögeln beim Brutgeschäft quasi unter die Flügel zu greifen.

Nistkästen für den Wiedehopf werden gebaut

Schon kurze Zeit nach der ersten Begegnung kam ihm die Idee, Nistkästen für den Wiedehopf zu bauen. Dokumentationen im Fernsehen bestärkten ihn in seinem Plan.  Doch bis das Modell Wiedehopf-Brutkasten trotz aller Informationen, die er im Netz fand, so ausgefeilt war, dass es den Ansprüchen genügte, verging einige Zeit. „Mal waren sie zu klein, ein andermal zu hoch aufgehangen und wurden von anderen Vögeln bezogen“, erklärt er.

Unterstützung im ökologischen Nistkastenbau durch Martin Sehrig

Martin Sehrig nickt bestätigend - auch er ist Wiedehopf-Fan geworden. Wann immer seine Hilfe gebraucht wird, ist er zur Stelle. Gemeinsam haben sie sich dem ökologischen Nistkastenbau verschrieben. Kein einziges Brett wurde bisher dafür gekauft. Stattdessen arbeiten sie Holz von Wegwerfpaletten auf. „Wir verbauen auch keine Dachpappe oder Folien“, sagt Sehrig. „Sie sind also komplett biologisch abbaubar“, ergänzt Willmann und öffnet einen der Kästen, die sogar vor Waschbären sicher sind. Eine Sicherheitsschraube verhindert, dass der Deckel geöffnet werden könnte. Dann befüllen sie denselben mit etwa fünf Zentimeter Hackschnitzel. „Der Wiedehopf sammelt kein Nistmaterial“, so Bernd Willmann und ergänzt, dass auch trockenes Laub oder Hobelspäne dafür verwendet werden könnten. Er erklärt, wie groß so ein Kasten sein sollte, wo das Einflugloch platziert werden muss und warum sich ein Deckel zum Öffnen empfiehlt.

Bernd Willmann führt ein Wiedehopf-Tagebuch

Jenen Tag im vergangenen Jahr, als er den Wiedehopf zum ersten Mal in seinem Heimatdorf hörte, hat er in einem Wiedehopf-Tagebuch notiert. Genau wie den Tag, als der Vogel - man glaubt es kaum - daheim in seinem Garten auf Futtersuche war und im Rasen herumstocherte.
„Meine Frau hat ihn entdeckt und gleich durch die Fensterscheibe von der Veranda aus fotografiert. Es war der pure Zufall“, erzählt er begeistert und zeigt im nächsten Augenblick auch schon das Beweisfoto auf dem Handy. „Sein Herz stand in Flammen“, bemerkt Martin Sehrig. Dann zeigen sie 19 im Garten von Willmann für ein Foto aufgestellte Wiedehopfkästen - allesamt während des Winters gebaut. In den kommenden Tagen sollen sie einen endgültigen Standort bekommen. „Es ist nicht mehr viel Zeit. Nach dem Storch kommt auch der Wiedehopf“, erklärt Bernd Willmann. Noch einmal spannt er den Bogen zu den Rotstrümpfen, die allerorten bereits sehnsüchtig erwartet werden.

Nach dem Wiedehopfmännchen folgt das Weibchen und bezieht den Kasten

„Erst kommt das Wiedehopfmännchen und ein paar Tage später das Weibchen. Es ist wie bei den Störchen“, so der Naturfreund weiter. Zwischen Neuruppin und Rathenow, Krahne und Mörz, Lehnin und Cammer sind Dank des Engagements der Männer bereits Wiedehopfkästen aufgestellt. Mit den neuen Kästen werden es insgesamt 33 sein! Auch darüber gibt das Tagebuch Auskunft.
Beide Herren sind sicher, dass Wiedehopfe in vielen Orten der Region brüten könnten. Wer Interesse an einem der Kästen hat, möge sich deshalb bei ihnen melden.
Und natürlich ist auch daheim in ihren Gärten dem Wiedehopf jeweils ein Ersatzquartier angeboten. Mit Spannung wird erwartet, welches als erstes bezogen wird. „Ihn zu sehen und zu hören, ist ein Glücksgefühl“, sagt Bernd Willmann und erzählt fix noch, woher die Redewendung vom stinkenden Wiedehopf kommt und zitiert das Kinderlied „Ein Vogel wollte Hochzeit machen“. Dem Wiedehopf ist darin eine Strophe gewidmet.

Der Wiedehopf


Der Wiedehopf (Upupa epops) war früher häufig anzutreffen. Die Bestände sind durch die intensive Landwirtschaft und das Fehlen von geeigneten Bruthöhlen in alten Bäumen stark zurückgegangen. Heute ist der Wiedehopf auf der Roten Liste als „gefährdet“ eingestuft. Auffallend sind sein langer gebogener Schnabel und die aufrichtbare Federhaube.