Ein neues Arbeitsfeld hat sich durch die Corona-Pandemie in der Kreisverwaltung aufgetan: Der Containment-Scout. Durch das RKI (Robert-Koch-Institut) angestellt, halfen in Potsdam-Mittelmark bis zu 20 von ihnen bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen. Eine große Unterstützung bei der Bekämpfung der Pandemie.

Julius Rath arbeitet sein Mai 2020 als Containment Scout im Gesundheitsamt

Im Gespräch mit Julius Rath, seit Mai 2020 im Gesundheitsamt beschäftigt, geht es um diese Aufgabe. Zunächst war er in der Kontaktnachverfolgung tätig, seit Januar koordiniert der 26-Jährige diesen Bereich als zuständiger Sachbearbeiter.

Julius Rath, was sind Containment Scouts und was tun sie?

JR: Die Containment Scouts sind zur Unterstützung für die Gesundheitsämter durch das Robert-Koch-Institut (RKI) bereitgestellt, wo sie meistens zur Kontaktnachverfolgung im Telefondienst eingesetzt werden. Das Ziel ist die Unterbrechung von Infektionsketten um somit die Eindämmung („containment“) des Virus voranzutreiben.

Was sind die wesentlichen Aufgaben eines Containment Scouts?

JR: Im Gesundheitsamt laufen die Fäden in der Pandemie zusammen. Dabei ist der Kontakt mit betroffenen Menschen im Telefondienst eine wichtige Säule, da so direkt auftretende Fragen beantwortet werden können. Auch das Aussprechen von Quarantäneentscheidungen bei einer Infektion, Arbeiten mit der Meldesoftware sind Aufgaben. Natürlich gehört die Bearbeitung von Daten- und Posteingängen dazu, nicht zuletzt werden die Gesundheitsaufseherdurch den Scout unterstützt.

Was hat das mit dem RKI zu tun?

JR: Das Robert Koch-Institut erfasst kontinuierlich die aktuelle COVID-19-Lage, bewertet alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein. Darüber hinaus stellt das RKI umfassende Empfehlungen für die Fachöffentlichkeit zur Verfügung und gibt einen Überblick über eigene Forschungsvorhaben. Diese Empfehlungen stellen schließlich auch die Grundlage unserer Ermittlungen und Entscheidungen dar.

Was gefällt Ihnen an der Aufgabe?

JR: Der direkte Kontakt mit den Bürgern, Arbeiten in einem engagierten und zuverlässigen Team mit offenem Umgang. Wer sich gern für andere Menschen und das Gemeinwohl einsetzt, der ist hier gut aufgehoben. Und jeder Fall ist individuell, jedes neue Problem bedarf einer neuen Lösung.

Worin liegt die Herausforderung für eine Tätigkeit als Scout ?

JR: In Spitzenzeiten ist schnell sehr viel zu tun, das zeigt die Erfahrung aus den nun 18 Monaten der Pandemie. Hierfür ist eine gewisse Belastbarkeit und Stressresistenz von Vorteil. Auch nicht alle Gesprächspartner verhalten sich kooperativ am Telefon, zudem erhält man oftmals einen tiefen Einblick in die Lebensumstände der betroffenen Personen, hier gilt es einerseits empathisch, andererseits auch professionell zu agieren.