Geplant ist, für die Kirche einen neuen Kronleuchter anzuschaffen und das Geläut im Turm zu vervollständigen. Seit dem Ersten Weltkrieg hängt dort nur noch eine Glocke. Die ursprünglich vorhandene zweite Glocke - beide waren 1882 für die damals neu erbaute Kirche von den Gebrüdern Ullrich in Apolda gegossen worden - musste zu Rüstungszwecken abgeliefert werden. Hinweise, ob die Kirchengemeinde eine Entschädigung für das abgelieferte Glockenmaterial erhielt, fanden sich bislang noch nicht in den Archiven.
Bad Belzigs Kantor Winfried Kuntz, der mit Pfarrer Oliver Notzke die noch vorhandene Glocke samt Glockenstuhl im Kirchturm in Augenschein genommen hat, schätzt deren Gewicht auf etwa 160 bis 180 Kilogramm. Er hält zwei Möglichkeiten, das Geläut zu vervollständigen, für machbar. Für beide sind zwischenzeitlich Kostenvoranschläge bei Wanderglockengießer Peter Glasbrenner eingeholt. Die Differenzen sind überschaubar.
Entweder lässt die Kirchengemeinde zur vorhandenen Glocke eine größere mit einem Gewicht vor rund 250 Kilogramm gießen oder sie entscheidet sich für den Guss von zwei kleineren Glocken, sodass künftig ein Dreiergeläut vom Turm erklingt.
Fällt die Wahl auf Variante eins - mit zwei Glocken -, dann bekommt die Gemeinde ein "anständiges Dorfkirchengeläut", erläutert der Kantor.
Wählt sie Variante zwei, dann müssten zwei Glocken mit einem Gewicht von rund 120 und 80 Kilogramm gegossen werden. Das so entstehende Dreiergeläut würde sich durch einen besonders hellen Klang auszeichnen. "Man nennt es auch ein Zimbelgeläut", so der Kantor und betont, dass es ein vergleichbares Geläut in hiesigen Dorfkirchen noch nicht gibt.
Es bleibt damit spannend, für welche der beiden Möglichkeiten sich die Gemeinde entscheidet. Pfarrer Oliver Notzke gibt zu bedenken, dass aktuell die Damelanger Kirchenglocke witterungsbedingt nicht immer auf dem am Ortsrand liegenden Friedhof zu hören ist.
An ausreichend Platz für die Verwirklichung eines Dreiergeläuts fehlt es im Turm jedenfalls nicht. In die seit dem Ersten Weltkrieg leere Glockenstube könnte die mittlere Glocke einziehen und über der dann größten aus dem Jahr 1882 könnte die kleinste Glocke installiert werden.
Fest steht indes bereits, dass der Glockenguss für die Damelanger Kirche in den Kreiskirchentag im Juni 2020 auf dem Brandenburger Domgelände eingebettet werden soll. Über so genannte Glockenanteilsscheine, die im Vorfeld verkauft werden, soll die Finanzierung gelingen. Wer einen solchen erwirbt, dessen Name wird auf der Glocke verewigt.
Parallel dazu muss ein neuer Leuchter angeschafft werden. Der alte ist defekt und muss dringend ersetzt werden. Bevor es soweit ist, hat der Gemeindekirchenrat auch in dieser Angelegenheit die Qual der Wahl - gilt es zu entscheiden, ob derselbe künftig mit echten Kerzen oder mit elektrischem Licht die Kirche erhellen soll.