Die katholische Kirche steht bei diesem Thema besonders im Focus. Zurecht, denn die "kirchlichen Fachleute" müssten wissen, was die Bibel, das Wort Gottes, für Maßstäbe anlegt. Es wird über Jesus und die Kinder berichtet: "Da brachte man Kinder zu ihm, damit er ihnen die Hände auflegte. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab. Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie." (Markus 10,13-15)  Kinder sind in den Augen Gottes im höchsten Maße schutzbedürftig. Wer ihr Vertrauen ausnutzt und Macht an ihnen auslebt, verkehrt das Evangelium ins Gegenteil. Paulus argumentiert im Korintherbrief scharf gegen Praktiken, die der Nachfolge Jesu diametral entgegenstehen: "Wisst ihr denn nicht, dass ungerechte Menschen keinen Platz im Reich Gottes haben werden? Täuscht euch nicht: Menschen, die in sexueller Unmoral leben, Götzen anbeten oder die Ehe brechen, Lustknaben und Knabenschänder, Diebe oder Habsüchtige, Trinker, Lästerer oder Räuber werden keinen Platz im Reich Gottes haben." Wohlgemerkt, Paulus spricht hier Christen an. Nicht etwa Menschen, die sowieso keinen Wert auf Gottes Maßstäbe legen. Der Kirchenhistoriker Hubert Wolf sagte im Deutschlandfunk: Der sexuelle Missbrauch in der katholischen Kirche sei Teil einer Krise des Systems, zu dem der Zölibat ganz wesentlich gehöre. Die Krise sei größer als die in der Reformation und gefährde das Überleben der Institution – wenn die Kirche sich nicht reformiere. Die Katholische Kirche lebe vom Glauben und der Glaubwürdigkeit ihrer Verkündigung. Wie will man jemandem glauben, der derart handelt? Eine Religion, die keine Glaubwürdigkeit hat, ist am Ende.
Ernsthafte Christen jeglicher Denomination sind fassungslos. Sie haben Gottes Maßstäbe verinnerlicht. Was aber läuft hier extrem schief? Wie weit kann sich eine Institution von ihrem eigentlichen Auftrag und ihrer so einzigartigen, guten Botschaft entfernen? Die Antwort fällt schwer. Das Unverständliche bleibt unverständlich.