Sebastians Lebensthema ist ganz einfach: Da sein. Für seine Frau Antje, seine „Oldies“ im Pflegeheim, für seine Tiere auf dem eigenen kleinen Bauernhof, seine Familie und Freunde. Er führt ein glückliches und sinnerfülltes Leben. Doch plötzlich steht alles still. Sebastian hat Blutkrebs. Nur ein:e passende:r Stammzellspender:in kann sein Leben retten.
Wer helfen möchte, kann sich hier ein Registrierungsset nach Hause bestellen und so vielleicht zum Lebensretter:in werden.

Ein eigentlich erfülltes Leben

Sebastian, von allen stets nur „Schubi“ genannt und seine Frau Antje - ein unschlagbares Team. Bereits in der gemeinsamen Ausbildung zur Altenpflege haben sie sich kennengelernt. Seitdem gibt es sie nur im Doppelpack. Sie arbeiten viel und mit Leidenschaft. Das Leben der alten Bewohner, ihre letzte Lebenszeit, liegt beiden am Herzen. In ihrer freien Zeit reisen sie mit ihrem Bulli durch die Welt, nutzen an Wochenenden ihren alten großen Backofen, um Brotbacktage mit ihren Freunden zu feiern und organisieren zwei Mal im Jahr kleine Festivals. 2017 haben sie einen Bauernhof gekauft und leben dort mit Hühnern, Gänsen und Schafen. Die Sanierung des alten Hofes wird Jahre dauern. Aber die beiden nehmen es gelassen. Sie wollen über der vielen Arbeit das Leben nicht vergessen.

Plötzlich ist alles anders

Doch das Leben läuft nicht immer gerade. Vor zwei Wochen fühlt sich Sebastian plötzlich extrem unwohl. Er hat einen ausgetrockneten Mund, leidet unter Nachtschweiß, hat kleine rote Pünktchen auf der Haut, verliert Gewicht und fühlt sich vor allem sehr geschwächt: „Nach drei Reihen Kartoffeln setzen, war ich vollkommen durch. Das kannte ich nicht von mir.“ Antje ist unruhig, drängt Sebastian, seine Hausärztin aufzusuchen. Eine große Blutuntersuchung soll Klarheit verschaffen. Sebastian bittet seine Ärztin, auch die Tumormarker zu bestimmen. „Ich bin medizinisch geschult. Anhand der Symptome hatte ich sofort eine böse Vorahnung. Schon vor der eigentlichen Diagnose haben Antje und ich uns abends heulend in den Armen gelegen“, erinnert er sich.

Unvermittelt aus dem Leben gerissen

Am nächsten Tag dann das Ergebnis: seine Blutwerte sind katastrophal. Jetzt geht alles ganz schnell. Er wird in die Klinik eingewiesen, weitere Blutuntersuchungen und eine Knochenmarkpunktion bestätigen den Verdacht: Sebastian hat eine aggressive Form von Blutkrebs. Und er erfährt auch sofort, dass nur ein passender Spender sein Leben retten kann. „Trotz der Vorahnung waren wir natürlich total geschockt. Diese Reaktion ist auch natürlich. Denn schließlich wird man unvermittelt mitten aus dem Leben gerissen. Aber nach dem ersten Schock habe ich die Krankheit schnell angenommen und akzeptiert. Sie gehört jetzt zu mir und ich werde mich mit ihr auseinandersetzen. Durch meinen Beruf, der mich viel mit dem Tod konfrontiert, habe ich keine Angst vorm Sterben. Nur vor dem Leiden, aber da kann geholfen werden. Gerade diese innere Ruhe verhindert Panik. Das ist in der jetzigen Situation enorm hilfreich“, erklärt Sebastian.

Trotz Corona den Humor nicht verloren

Nur eine Person darf ihn täglich besuchen, alle anderen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme lösen Familie und Freund über Telefonate, Chats, und Videos. Jeden Tag stehen abwechselnd andere Freunde vor seinem Krankenhausfenster. Dann telefonieren sie mit Schubi und können sich dabei wenigstens sehen und zuwinken. Trotz Corona und Isolation verliert Sebastian nicht seinen Humor. Überhaupt ist er ein bunter Vogel. Durch seine unkonventionelle empathische Art hat er einen großen Freundeskreis, der jetzt anpackt und hilft, wo Not am Mann ist.

Alle stehen für Schubi ein

Familie, Freunde, Nachbarn und Kollegen kümmern sich um gutes Essen, den Hof, die Bauarbeiten und die Tiere. Aktuell bauen sie eine Garage um, damit er dort während der Chemopausen steril und sicher in einem Pflegebett untergebracht werden kann. „Der Aufwand, den alle für mich betreiben, macht mich echt sprachlos. Das ist mit Geld nicht zu bezahlen und mit Worten allein nicht zu danken“, so Sebastian.

Durch und durch ein guter Kerl

2018 haben Antje und Sebastian geheiratet. Sie versteht, warum Sebastian so viel Hilfe zuteil wird: „Schubi war immer gut zu den Leuten. Er hat ein riesengroßes Herz. Gerade für die Schwachen. Nicht umsonst rettet er Tiere und ist leidenschaftlicher Altenpfleger. Für ihn ist das eine Berufung. Er ist immer gerade heraus. Aber dabei immer wertschätzend. Mit seinem unnachahmlichen Witz und Charme erleichtert er den alten Menschen die täglichen Herausforderungen und bekommt schnell Zugang zu ihnen. Selbst zu Leuten, die gar keinen Zugang wollen. Schubis Herz darf nicht aufhören zu schlagen. Alle lieben ihn. Keiner will auf ihn verzichten. Seine Freunde nicht. Und ich erst recht nicht. Jetzt bekommt er alles Gute zurück. Das macht uns beide unfassbar glücklich“, sagt Antje.

Ohne Hilfe geht es nicht

Schubi ist eine Kämpfernatur. Aber allein kann er es nicht schaffen. Nur ein passender Stammzellspender kann sein Leben retten. Das heißt: er kann nur überleben, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu gleichen Gewebemerkmalen gibt, der zur Stammzellspende bereit ist. „Seit einer kleinen Ewigkeit gehen Antje und ich Seite an Seite. Wir lieben und brauchen uns. Sie ist da, sie ist wach und immer präsent. Und ich habe diesen unfassbaren Backround von tollen Freunden und Begleitern. Ich möchte den Hof wachsen sehen und mich weiterhin um meine Tiere kümmern. Und meine Oldies brauchen mich auch. Für mich gibt es so viele Gründe zu kämpfen.

Genetischer Zwilling gesucht

Aber dabei bin ich auf eure Hilfe angewiesen. Denn nur ein genetischer Zwilling kann mein Leben retten. Deshalb bitte ich alle: lasst euch registrieren. Damit schenkt mir die Hoffnung auf das Größte, was es gibt – einfach nur leben zu dürfen! Allen, die sich an dieser Aktion beteiligen, danken Antje und ich von ganzem Herzen.“

Registrierung rettet Leben

Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann Sebastian und anderen Patienten helfen und sich mit wenigen Klicks über die Registrierungsunterlagen nach Hause bestellen. Besonders wichtig ist es, dass die Wattestäbchen nach dem erfolgten Wangenschleimhautabstrich zeitnah zurückgesendet werden. Erst wenn die Gewebemerkmale im Labor bestimmt wurden, stehen Spender für den weltweiten Suchlauf zur Verfügung.
 Auch Geldspenden helfen Leben retten, da der DKMS für die Neuaufnahme eines jeden Spenders Kosten in Höhe von 35 Euro entstehen.

Infokasten/Spendenkonto


Im Landkreis Potsdam-Mittelmark haben sich bis zum heutigen Tag 13.483 Bürger als potentielle Spender registrieren lassen. 107 von ihnen haben bereits Stammzellen gespendet und damit 107 schwer erkrankten Patienten die Chance auf ein Weiterleben geschenkt.

DKMS-Spendenkonto, Kreissparkasse Tübingen

IBAN: DE64 6415 0020 0000 2555 56

Verwendungszweck: LPS 781 Schubi