Sie waren für das Fastnachten in der "Alten Schmiede" in Lühnsdorf gebucht. Und hatten schon am Nachmittag zur Kindefastnacht viele lustige Spiele im Gepäck. Wie das Schaumkusswettessen. Fanden sich zur ersten Runde spontan viele Freiwillige – schließlich wurde eine leckere Süßigkeit verteilt – sah es bei der zweiten Runde schon anders aus... saßen die Teilnehmer nach dem Spiel mit einem schokoladenverschmierten Gesicht da. Half aber alles nichts, auch die beiden Platzmeister mussten ran.
Fastnacht Lühnsdorf

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Das waren in diesem Jahr Mario und Nancy Thiele. Im normalen Leben Einzelhandelskauffrau und Angestellter eines Autohauses hatten sie die Aufgabe, das Publikum in Stimmung zu bringen und vor allem die Kinder zu bespaßen. Während Mario Thiele den Job schon zum dritten Mal inne hat, war es für Ehefrau Nancy eine Premiere. "Ich hab mich überzeugen lassen", sagte sie schmunzelnd. Schon aus Verpflichtung für das Dorf.
Bereits vor einer Woche wurde gezimpert und die Leute im Dorf zur Fastnacht eingeladen. Und dabei Geld für die Musiker eingesammelt. Wie es beim Zimpern üblich ist, gab es natürlich an jeder Haustür ein Schnäpschen. "Manchmal auch zwei oder drei", lacht Nancy Thiele. Und auch die Traditionen der Platzmeister werden, wie in anderen Orten, streng befolgt. Sie dürfen ihren Hut nicht ablegen, nicht beide gleichzeitig den Saal verlassen und müssen jeden einzelnen Gast mindestens einmal zum Mitmachen bewegen. Und so mussten auf den nun zum zweiten Mal stattfindenden Kinderfastnacht auch die Eltern und Großeltern mit ran. Über 30 Kinder tummelten sich in den verschiedensten Kostümen im Saal. Zusätzlich konnten sie sich bei Andrea Kamischke aus Rädigke und Aileen Kutzner aus Treuenbrietzen noch verschönern lassen. Die beiden hatten verschiedene Vorlagen mit Gesichtsbemalungen mitgebracht, aus denen sich die Kinder etwas aussuchen durften. So bekam die kleine Alma einen Schmetterling in das Gesicht gezaubert, andere einen Regenbogen oder Blumenmotive. "Die Fastnacht kam im vergangenen Jahr so gut an, dass wir sie wiederholen wollten", so Platzmeister Mario Thiele. Die Eltern konnten ihre Kinder am Nachmittag abgeben und müde machen lassen, um selbst fit für den Abend zu sein, denn da ging es mit den Erwachsenen weiter.
Ausgetobt haben sich die Kleinen im wahrsten Sinne des Wortes. Denn schon zu Beginn wurde es sportlich. Wer kennt nicht aus seiner Kinderzeit den Kreistanz "Laurenzia". Das ging tüchtig in die Beine. Auch die "Reise nach Jerusalem" war so einfach nicht zu bewältigen. Denn einfach nur im Kreis laufen galt nicht. Für jede Runde wurde sich etwas Neues ausgedacht, sei es der Entengang, der Krebsgang oder die verschiedensten Bewegungen mit den Händen. Natürlich gab es auch Kamelle für die Kleinen. So hatten alle ihren Spaß und freuen sich auf das nächste Jahr.