Mit über zehn Millionen Euro verfügt die Gemeinde Wiesenburg/Mark über einen Investitionshaushalt wie nie zuvor. Darüber und über die wichtigsten Eckpunkte informierte Kämmerin Kornelia Feldmann auf der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates in Reetz. Für die geplanten Projekte ist jedoch auch eine Kreditaufnahme in Höhe von 4,2 Millionen Euro notwendig.
Für die Reetzer besonders erfreulich – es sind auch Mittel für die Sanierung des Freibades dabei. Die Kosten belaufen sich auf etwa 150.000 Euro. Die Hoffnung, diese Summe aus dem Kreisentwicklungsbudget komplett zu decken, wird sich wohl nicht erfüllen, wie Kornelia Feldmann mitteilte. Derzeit wird über die Kürzung des selbigen im Kreistag beraten. So kann es sein, dass aus diesem Topf nur 50.000 Euro kommen und der Rest von der Gemeinde getragen werden muss.

Investitionen in die Wiesenburger Feuerwehr

Ob die Sanierung dann 2022 umgesetzt werden kann, ist noch nicht sicher. „Es müssen Ausschreibungen stattfinden“, so Kornelia Feldmann. Auf alle Fälle ist jedoch die Sanierung des Beckens inbegriffen. Die Hoffnung besteht, dass das sanierte Freibad zum Sommer 2022 eröffnet werden kann.
Größere Summen werden wieder in die Beschaffung neuer Feuerwehrfahrzeuge gesteckt. Es wird versucht, möglichst viele Fördermittel zu akquirieren, dennoch bleiben für die Gemeinde 320.000 Euro an Zuzahlung. Auch die Erweiterung des Feuerwehrhauses in Wiesenburg ist geplant. Dort hofft die Gemeinde auf eine Förderung von 436.000 Euro und muss einen Eigenanteil von 186.700 Euro aufbringen. Außerdem ist die Schaffung weiterer acht Löschwasserbrunnen mit einem Eigenanteil von 223.000 Euro vorgesehen.

Digitalisierung und Bolzplatz für die Grundschule

Seit kurzem gibt es landesweit den „Digitalpakt Schule“. Dieser soll natürlich auch in Wiesenburg umgesetzt werden. Für die Anschaffung von Geräten stehen Fördermittel von 84.200 Euro bereit. „Aber zuerst muss die entsprechende Infrastruktur in der Schule geschaffen werden“, informiert Kornelia Feldmann. Das bedeutet, die Verlegung von Strom- und Netzwerkkabeln bis zu den Arbeitsplätzen der Schüler.
Der "Digitalpakt Schule" soll bis 2027 an der Wiesenburger Grundschule umgesetzt werden.  Fotos: E. Loth
Der „Digitalpakt Schule“ soll bis 2027 an der Wiesenburger Grundschule umgesetzt werden. Fotos: E. Loth
© Foto: Foto: E. Loth
Ein Konzept dafür gibt es bereits. Die Gemeinde wird die Umsetzung etwa 388.000 Euro kosten. „Bis 2027 werden wir dann eine moderne Schule haben, wie wir uns das vorstellen“, so Feldmann. Weiterhin soll auf dem Schulhof ein Bolzplatz eingerichtet werden, der auch als Fußballplatz nutzbar ist. Bei den Kindern und Jugendlichen ist Street Soccer (Straßenfußball) sehr beliebt.

Kontaminierung in Kodorf erschwert die Förderung

Etwas anders als geplant läuft es mit dem Kodorf. Bei den Arbeiten vor Ort wurde eine Kontaminierung des Bodens festgestellt. Diese muss erst beseitigt werden, ehe weiter gebaut werden kann. Dafür gibt es eine Förderung vom Wirtschaftsministerium. Diese wird jedoch nicht an Privatpersonen ausgezahlt, was die gegründete Genossenschaft jedoch ist.
Neue Ideen mussten ersannt werden. Die Gemeinde wird das Grundstück erwerben und mit den Fördermitteln die Kontaminierung beseitigen. Anschließend wird das Grundstück an die Genossenschaft veräußert. Wahrscheinlich wird es in Form eines Erbbaupacht-Vertrags geschehen, so Kornelia Feldmann. Die Summen haben keine Auswirkungen auf den Haushalt, sie blähen ihn nur auf.

Wiesenburg/Mark ist Beispiel für andere Kommunen

Das in der Gemeinde Wiesenburg/Mark bestehende Ortsteilbudget ist ein fester Bestandteil der ehrenamtlichen Kommunalarbeit. Bei der Einführung galt Wiesenburg als Exot unter den Gemeinden - deutschlandweit. Aber Bürgermeister Marco Beckendorf hat so viel Reklame mit dieser Idee gemacht, dass es so etwas inzwischen in einem Großteil der Gemeinden gibt und nun auch Bestandteil der Kommunalverfassung ist.
Was jedoch nicht nur Vorteile hat. Bisher war es so geregelt, dass nicht ausgegebene Summen in das kommende Jahr mitgenommen werden durften. Und da hat sich auch in Reetz einiges angesammelt. Bedingt durch Corona sind viele Veranstaltungen, für die das Geld verwendet werden sollte, ausgefallen. So hat sich ein hübsches Sümmchen angesammelt.

Möglicherweise großen Festzelt für Reetz und Nachbardörfer

Deshalb empfiehlt Kämmerin Kornelia Feldmann dem Ortsbeirat, sich Gedanken über eine sinnvolle Ausgabe des Geldes zu machen. Denn mit der Kommunalverfassung dürfen Reste aus dem Budget des Vorjahres nur noch einmal übertragen werden.
Dazu kamen in der öffentlichen Versammlung auch gleich Ideen. So schlug Steffen Teuber vor, eventuell gemeinsam mit anderen Ortsteilen über die Anschaffung eines großen Festzeltes nachzudenken. Mit diesem Vorschlag wird Marion Gante in die kommende Beratung der Ortsvorsteher gehen.