"Es ist schön, dass sich Menschen aus der ganzen Stadt und aus den Dörfern der Umgebung hier in der Kirche versammelt haben", so Moldenhauer. Leisegang erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass im vergangenen Jahr noch zum Protestsingen gegen die von Landrat Wolfgang Blasig (SPD) anvisierten Pläne zur Zentralisierung der Kreisverwaltung in Beelitz-Heilstätten aufgerufen worden war. Mittlerweile ist ein Kompromiss gefunden, der nach dem Verwaltungsneubau in Beelitz-Heilstätten auch eine Ertüchtigung des Verwaltungsstandorts am Papendorfer Weg in Bad Belzig vorsieht.
"Wir haben viel bewegt", so Günter Baaske rückblickend und betonte, dass durch das Engagement der Menschen vor einem Jahr mehrere 100 Arbeitsplätze am Verwaltungsstandort in der Kur- und Kreisstadt erhalten blieben.
"Die neuen Masterplanvorlagen lassen uns zuversichtlich aber auch sorgenvoll in die Zukunft blicken", hatte Baaske im Vorfeld der Veranstaltung bemerkt. Grund dafür ist der Plan des Landrats, die Arbeiten am Verwaltungskomplex in Bad Belzig erst in sechs bis sieben Jahren zu beginnen - nach dem Neubau in Beelitz-Heilstätten. "Das treibt uns um", so Leisegang und Baaske im Vorfeld.
Aus dem Protestsingen des Vorjahres entstand dann die Idee, am Format der Veranstaltung festzuhalten, auf große politische Reden jedoch zu verzichten. In dieser Folge hatte das zweite Flämingsingen keinen so harten politischen Anschlag als im Vorjahr, als es allein um die Rettung des Kreissitzes ging.
Der Blick in die Reihen der vielen Menschen offenbarte am Sonntag Nachmittag, dass das Konzept aufgegangen war. Unter die Bad Belziger hatten sich Menschen aus Brück, Niemegk, Wiesenburg, Ziesar, Treuenbrietzen und anderen Orten gemischt. Sie einte die Freude am gemeinsamen Gesang, sodass klein und groß, jung und alt munter einstimmten.
Unter der musikalischen Leitung von Thomas Nehrkorn ging es eine Stunde lang quer durch die bunte Palette der beliebtesten und bekanntesten Advents- und Weihnachtslieder. Der Auftakt wurde mit dem Lied "Sind die Lichter angezündet" von Erika Engel zelebriert, der Abschluss mit "O du fröhliche" von Johannes Daniel Falk und Heinrich Holzschuher. "Das Weihnachtssingen in der Kirche hat mich emotional unheimlich angesprochen. Genau dass ist es, was so viele Menschen heutzutage vermissen, die Gemeinsamkeit und das gemeinsame Gestalten. Es waren doch eigentlich vier Generationen verbunden, um sich auf die Advents- und Weihnachtszeit einzustellen. Einfach nur schön und ich freue mich schon auf die Fortsetzung im nächsten Jahr", so Heidrun Jordan aus Bad Belzig.
Im Vorfeld des Weihnachtssingens in der St. Marien Kirche waren viele Menschen über den zeitgleich stattfindenden Adventsmarkt auf dem Kirchplatz geschlendert.