Am 27. Januar jährte sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee zum 76. Mal. Seit 1996 ist dieser Tag als Gedenktag gesetzlich verankert - werden vor öffentlichen Gebäuden Fahnen auf Halbmast gezogen, wird mit Gedenkveranstaltungen an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert.
Bedingt durch die Covid-19-Pandemie blieb das diesjährige Gedenken am 27. Januar ein stilles Gedenken. Größere Veranstaltungen konnten nicht stattfinden, Menschen machten sich deshalb vielerorts allein auf den Weg, um der Opfer zu gedenken.

Blumen für die Opfer des Faschismus und in Gedenken an Belaid Baylal

So auch in Bad Belzig, wo Tobias Bank, der Direktkandidat der Linken im Bundeswahlkreis 60, gegen Mittag am Ehrenhain an der Alten Post in der Lübnitzer Straße eintraf. Die Kur- und Kreisstadt war nur eine Station, die der 35-Jährige Historiker am Mittwoch besuchte. Auch nach Jüterbog, Brandenburg/Havel, Elstal und Werder/Havel war er unterwegs. In hiesiger Stadt legte er am Gedenkstein für die Opfer des Faschismus und am Gedenkstein für Belaid Baylal, der Ende der 1990er Jahre Opfer eines rassistischen Übergriffs wurde, Blumen nieder.
Dies zu tun, sei Verpflichtung und wichtiger denn je, so Tobias Bank mit Blick auf Rechtsextreme die über die AfD in die Parlamente eingezogen sind, mit Blick auf Querdenker, die die Demokratie infrage stellen und mit Blick auf die Verharmlosung der Gräueltaten der Nationalsozialisten. Mit Tobias Bank legten in Bad Belzig die Kreisparteivorsitzende der Linken, Astrid Rabinowitsch, die Vorsitzende des Ortsverbandes der Linken, Gisela Nagel und die Vorsitzende des Förderkreises Roederhof, Inge Richter Blumen an der Gedenkstätte an der Lübnitzer Straße nieder.

Buch „Schicksale“ beleuchtet die NS-Zeit in der Region

Durch die Vermittlung von Astrid Rabinowitsch war Tobias Rank zugleich auf das erst vor Jahresfrist erschienene Buch „Schicksale“ aufmerksam geworden. Die Autoren Inge Richter und Bärbel Kraemer haben darin unter anderem Erinnerungen ehemaliger Gefangener des KZ-Außenlagers Roederhof sowie Briefe von deren Nachfahren zusammengefasst. Aber auch von mutigen Belzigern wird darin berichtet, die trotz der Gefahr die ihnen drohte, während der NZ-Zeit Mut und menschliche Größe bewiesen, um den Gefangenen des Roederhofs zu helfen.