Was geschah vor 110 Jahren in der Region? Das „Zauch-Belziger Kreisblatt“ berichtet im Februar 1911, dass in Niemegk ein Theaterverein ins Leben gerufen wurde. „Der Verein macht es sich zur Aufgabe, alljährlich viermal öffentliche Theatervorstellungen zu wohltätigen Zwecken zu veranstalten, von diesen sollen zwei im Schützenhause und zwei im Polsterchen ‘Deutschen Hause’ stattfinden. Zum Vereinslokal wurde der ‘Gasthof zum goldenen Löwen’ gewählt.“
In Garrey wurde unter der Leitung des Landrats von Tschirschky der Bau einer Dorfwasserleitung beschlossen. „Der Gemeinde werden bedeutende Erleichterungen bei der Anlage gewährt.“

Bau eines Gesellschaftshaus auf dem Flugfelde zu Bork

Aus dem heutigen Borkheide kam diese Meldung: „Die Flugfelddirektion Mars beabsichtigt, mit Beginn des Frühjahrs ein Gesellschaftshaus auf dem Flugfelde gegenüber dem Bahnhof Bork zu erbauen, dass in jeder Beziehung den modernen Ansprüchen entspricht. Ferner beabsichtigt die Direktion das Flugfeld zu erweitern und zu diesem Zwecke vom Gemeindebezirk Neuendorf 800 Morgen zu erwerben.“

Belzig

Telefonleitung in Lübnitz

Der Fortschritt hatte auch Lübnitz erreicht. Der Rittergutsbesitzer beabsichtigte, vom Gutshof Lübnitz zum Gutshof Weitzgrund eine oberirdische Telefonleitung anlegen zu lassen. Die Zeichnungen lagen im Büro des Amtsvorstehers zur Einsichtnahme aus. Einwendungen gegen das Vorhaben waren innerhalb von zwei Wochen zu äußern.
Ein Wintersturm hinterließ in Freienthal großen Schaden. Er brach von der Windmühle des Mühlenbesitzers Bernhardt sämtliche Flügel ab.

Feuerteufel in Linthe

In Linthe trieb ein Feuerteufel sein Unwesen. Die gerichtliche Untersuchung über die Entstehungsursache eines Brandes bei Tietz und Kranepuhl 1910 schien den Brandstifter nicht eingeschüchtert zu haben. Hüfner Ernst Gericke fand, in seine Lehmfachwerkscheune hinein geschoben, „ein großes, vielmals eingespaltenes Stück Kien, welches stark angekohlt war.“

Neuer Besitzer für die Dampftischlerei am Bahnhof Brück

Aus Brück heißt es: „Die frühere Bergemannsche Dampftischlerei am Bahnhof, die jahrelang außer Betrieb war, ist in den Besitz des Versicherungsagenten Artur Koch übergegangen. Der Kaufpreis beträgt 10.000 Mark. Der Käufer errichtet auf dem Grundstück in Gemeinschaft mit dem Besitzer der hiesigen Stadtmühle, Emil Rahn, ein Getreide-, Futter-, Düngemittel- und Kohlengeschäft.
Der Verkehrsverein der Stadt Belzig rief auf: „Haushaltungen, welche an Sommergäste zu vermieten beabsichtigen, sind gebeten, sich dieserhalb beim Vorstande zu melden.“ Nach dem Tod des Justizrat Winklers war Fotograf Zernsdorf zum Vereinsvorsitzenden gewählt worden.

Schlächter verunfallte im Stall im Schwanebeck

Aus Schwanebeck kam diese Meldung: „Ein Malheur hatte der Schlächter Friedrick Nickel hierselbst, als er am 17. d. Mts. früh mit dem Schlachten eines Schweins beim Kossäten Kranepuhl beginnen wollte. Er hatte das Schwein angeseilt und trieb es vor sich her durch den Futtergang. In diesem Gange hing von der Decke herab eine Kette, an deren untersten Ende sich ein Haken befand. Nickel muß diesen Haken nicht gesehen haben, denn als er in die Nähe desselben kam, stieß er mit dem Gesicht gegen den Haken, der das Auge traf, sich einhakte und das obere Lid desselben abriß. Der Verletzte mußte von seinem Vorhaben absehen und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.“