Was geschah vor 110 Jahren in der Region? Das „Zauch-Belziger Kreisblatt“ berichtet im März 1911, dass die Kaiserliche Oberpostdirektion im Postamt in Brück (Mark) ihre Pläne zur  Errichtung einer oberirdischen Telegrafenanlage entlang der Kreisstraße Hackenhausen - Freienthal zur Ansicht ausgelegt hatte.

Gustav Dube aus Niemegk entwich aus dem Amtsgerichtsgefängnis

Aufregung herrschte im Belziger Amtsgerichtsgefängnis! In einem unbewachten Augenblick entwich der wegen Diebstahls inhaftierte Schweizer Gustav Dube aus Niemegk. Zuvor hatte er sich seine Kleidungsstücke, welche ihm bei der Einlieferung in das Gefängnis abgenommen worden waren, zu verschaffen gewusst. Einen Teil der Anstaltskleidung ließ Dube in einer Nische der Burg Eisenhardt zurück. Zwei Tage später meldete das Kreisblatt: „Der kürzlich aus dem Gerichtsgefängnis hierselbst entwichene Schweizer Gustav Dube ist in Niemegk, wohin er sich auf seine alte Arbeitsstelle begeben hatte, wieder verhaftet und dem Amtsgerichtsgefängnis in Belzig wieder zugeführt worden.“

Der Belziger Verschönerungsverein kam zum Einsatz

Neuigkeiten gab es abermals vom Belziger Verschönerungsverein. Der hatte die Absicht, „den vom grünen Grunde nach der Lübnitzer Chaussee führenden Weg, den er in der neueren Zeit erst befestigt hat, über die Lübnitzer Straße hinweg nach der Sandschelle bzw. den Deichen weiterzuführen. Der Weg wird den rechts der Lübnitzer Straße belegenen Rosenschen Fichtenbestand durchschneiden. Der Vorstand des Vereins ist dieserhalb mit der Bitte, ihm die Durchführung des geplanten Promenadenweges durch ihr Besitztum gütigst gestatten zu wollen, an Frau Rentier Rose herangetreten.“ Frau Rose stand dem Vorhaben des Verschönerungsvereins wohl gesonnen gegenüber und gestattete die Weiterführung des Weges durch ihren Besitz.

Vereinsleben wurden rege gehegt und gepflegt

Die Ausgaben des Zauch-Belziger Kreisblattes gestatteten zugleich einen Blick auf das vielfältige Vereinsleben jener Zeit. Während in Schwanebeck der gesellige Verein „Gemütlichkeit“ zu einem Vergnügen in den Rettigschen Gasthof eingeladen hatte, kehrte der Neschholzer Radfahrerverein „Germania“ wieder einmal beim Gastwirt Wrede ein.

Werkstatt des Töpfermeisters de Bucourt in Niemegk brannte

Der Schreckensruf „Feuer“ riss die Niemegker aus dem Schlaf, als die Werkstatt des Töpfermeisters de Bucourt ausbrannte. Die Maschinen, die nicht versichert waren, wurden stark beschädigt. „Man nimmt an, dass das Feuer an einem Balken, der in den Schornstein hineingebaut war, ausgekommen ist“, so die Berichterstattung im Kreisblatt.

Bautätigkeit in der Region kam mit dem Frühjahr

Mit dem beginnenden Frühjahr setzte eine rege Bautätigkeit in der Region ein. Unter anderem wurde die Straße von Grubo nach Rädigke sowie der Weg von Grubo nach Borne wegen Pflasterung bis auf weiteres gesperrt wird. Der Fuhrwerksverkehr wurde über Bergholz umgeleitet.

Oberpfarrer Alberti wurde in Niemegk in das Amt als Superintendenten gewählt

In Niemegk wurde Oberpfarrer Alberti in das Amt als Superintendent des neu gebildeten Kirchenkreises eingeführt. „Aus Stadt und Land waren die Festgenossen sehr zahlreich erschienen. Die Königliche Regierung war durch Landrat von Tschirschky vertreten.“ Als assistierender Geistlicher war Pastor Grundemann angereist. Die Einführung in das Amt wurde durch den Generalsuperintendenten Köhler vollzogen. Alberti war 31 Jahre zuvor als Diakonus und vor 19 Jahren als Oberpfarrer in Niemegk eingeführt worden.