„Fontane hat den Fläming nicht wie andere Landschaften Brandenburgs durchstreift, hat keine Schilderungen seiner Schönheiten hinterlassen, wie sie sich so gut in den Werbeschriften der Tourismusunternehmen zwischen Bad Freienwalde und Rheinsberg, Lindow und Fahrland, Hoppenrade und Liebenberg ausnehmen. Wir hier müssen uns schon selbst etwas einfallen lassen, um die sanften Attraktionen des Fläminglandes zu empfehlen. Aber hier gewesen ist er doch!“, so Hannelore und Götz Dieckmann.

Eheleute Dieckmann entdeckten Fontanes Spuren im Fläming

Die Eheleute aus Bad Belzig sind große Literaturfreunde und Fontanes Werke haben einen festen Platz in ihrer heimischen Bibliothek.
Als in den 1990er Jahren zwei Bände mit Fontanes Tagebüchern erschienen, haben Dieckmanns diese aufmerksam gelesen und Interessantes entdeckt. In den Aufzeichnungen des Dichters aus den Jahren 1882 und 1884 fanden sie Hinweise auf Beziehungen Fontanes zu hiesiger Gegend. Mehrfach wird der Name Schierstaedt erwähnt – eine adelige Familie, die seit dem 15. Jahrhundert im Raum Görzke nachweisbar ist. Unter dem 19. und 20. April 1882 ist zu lesen, dass Fontane auf dem Bahnhof von Brandenburg den Major von Schierstaedt getroffen hat.

Fontane zu Besuch in Dahlen im Hause des Herrn von Schierstädt

Nachfolgend heißt es: „Um 2.15 Uhr Abfahrt nach Dahlen bei Goertzke. Um 4.30 Uhr dort. Freundlichster Empfang. Zum Hause gehört nur der alte Herr von Schierstädt und zwei Töchter, eine unverheirathet, die andre eine Frau von Maltzahn, von ihrem verbummelten Manne böswillig verlassen. Außerdem Fräulein Kreusler. Auf Besuch war auch die älteste Tochter des Hauses da, verwitwete Frau Obristlieutenant v. Rauch mit ihren beiden Töchtern. Reizender, heiterer, anregender und unterhaltsamer Aufenthalt. Zu sehen war nur der Park. Pastor Windel sehr erheitert. Wir bleiben bis zum 21. früh … Um 7 Uhr Abfahrt aus Dahlen.“

Chronistin Hannelore Dieckmann entdeckte einen zweiten Besuch in Dahlen

Schon im Oktober des selben Jahres kommt Fontane zum zweiten Mal nach Dahlen. Dieser Besuch sei des Dichters „Vorstoß in den Kern des Hohen Flämings“ gewesen, so Chronistin Hannelore Dieckmann. Der war zwar nur von kurzer Dauer, dafür aber mit einem wie es scheint angenehmen Erlebnis verbunden.
„Auf dem Rückwege verweilten wir einen halben Tag auf Schloß Wiesenburg, ehemals Watzdorfisch, das jetzt der Gräfin Fürstenstein, geb. v. Watzdorf, gehört. Außer den Schierstaedts war auch der ehemals würtembergische Gesandte Graf Linden nebst Gemahlin zugegen. Das Ganze sehr interessant. Romankapitel comme-il-faut.“
Zu dieser kurzen Notiz bemerkt die Bad Belzigerin: „Wir dürfen grübeln, wo Fontane den Romanstoff witterte – beim Grafen L.? Bei der Gräfin F.? Zu diesem Roman ist es nicht gekommen. Der Stechlin hat den Dichter mehr angeregt als der Fläming. Aber hier gewesen ist er eben doch.“