Die historische Ansicht von Brück, darstellend die Hauptstraße mit dem „Café Wäger“, entstand nach 1907. In jenem Jahr wurde in Brück ein Elektrizitätswerk eingeweiht und funktionierte die elektrische Straßenbeleuchtung zum ersten Mal. 1907 wurde zugleich das Wohn- und Geschäftshaus, in dem seit 100 Jahren eine Bäckerei ihr Domizil hatte, aufgestockt. Fortan befand sich in der unteren Etage eine Schankwirtschaft und eine Kaffeestube. Damaliger Besitzer war der Bäckermeister Willi Wäger, der mit zu den ersten Stromabnehmern gehörte.

Inserate verraten längst vergessene Gegebenheiten

Der Blick in die Inseratenwelt vergangener Tage verrät noch mehr. Beispielsweise, dass Antonie Wäger 1929 das Geschäft übernommen hatte. In jenen Jahres bewarb sie das Haus mit den Worten „Erstes Café und größtes Gartenlokal am Platze“ - damals bereits mit einem eigenen Telefonanschluss. 1940 warb wiederum ein Willi Wäger, womöglich ihr Sohn, für einen Besuch von „Gaststätte und Caféhaus“, an dass sich ein schattiger Garten mit Kegelbahn anschloss.

Lokal nach dem Zweiten Weltkrieg geschlossen

Männer interessierten sich sicher mehr für diesen Hinweis: „Spezialausschank von Wernesgrüner Pilsner und Potsdamer Stangenbier“. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Lokal geschlossen und die Räume von Bäckerei, Gastwirtschaft und Café zu Wohnungen umgebaut. Nach längerem Leerstand erfuhr das Haus jüngst eine umfassende Sanierung.

Einst und jetzt



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