In der zweiten Hälfte der 1890er Jahre begab sich der in Belzig ansässige Fotograf Hans Zernsdorf auf den Weg nach Brück/Mark. Im Gepäck hatte er seine „Fotoausrüstung“ - die mit einer heutigen, nicht zu vergleichen ist. Sein Ziel war das neu erbaute Forsthaus am Stadtrand von Brück, dass er für einen Postkartendruck ablichtete. Ob er auf Geheiß des damaligen Brücker Försters die Aufnahme erledigte, ist nicht überliefert. Das letzterer es ist, der in der Forstuniform vor dem Dienstsitz des Forstbeamten abgelichtet wurde, steht jedoch außer Zweifel.

Grüße und Neuigkeiten per Postkarte

Im Mai 1899 kaufte wiederum ein gewisses Fräulein E. Hamer genau dieses Motiv, um ihrer Freundin - Frieda Wendt in Groß Wootz bei Lenzen an der Elbe - Grüße zu senden, Neuigkeiten zu übermitteln und ein Wiedersehen mit ihr zu vereinbaren. Auf der am 12. Mai 1899 abgestempelten Postkarte dankt die Freundin erst einmal für die Postkarte, die sie erhielt. Dann fragt sie an, ob Frieda an Pfingsten mit ihr nach Hause fahren würde. Auf dem Bahnhof in Wittenberge, so die Schreiberin, könnten sich beide treffen. Zu guter Letzt lässt sie die Freundin wissen, dass eine weitere Freundin Verlobung gefeiert hat. „Mündlich mehr“, heißt es, als die Postkarte bis in den letzten Winkel hinein beschrieben war.

Vorgängerbau brannte in den 1880er Jahren ab

Doch noch einmal zurück zum schmucken Forsthaus. Der Vorgängerbau war in den 1880er Jahren abgebrannt. Danach wurde der Dienstsitz neu aufgebaut. Als Zernsdorf die Försterei fotografierte, war sie also noch ganz neu. Die Straße vor dem Haus - damals noch ein reiner Sandweg - war beidseits von alten Lindenbäumen gesäumt.

Einst und jetzt



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