Martha Wolf in Dessau war die Empfängerin dieser, am 5. März 1912 geschriebenen Postkarte aus Niemegk. Reinhold, der Kartenschreiber, ließ Martha und Trudchen damals wissen: „Heute bin ich von Treuenbrietzen mit der Brandenburgischen Städtebahn nach Niemegk (Kreis Zauch-Belzig) gefahren. Morgen werde ich jedenfalls nach Beelitz in der Mark fahren. Ich beeile mich und gedenke diese Woche mit der vorgeschriebenen Tour fertig zu werden.“

Geschichte des Niemegker Gotteshauses

Warum Reinhold bei seiner Ankunft in Niemegk eine Ansicht der Kirche für seinen Kartengruß wählte, bleibt sein Geheimnis. Kein Geheimnis ist die Geschichte des Gotteshauses, welches im Verlauf der Zeit von zig Fotografen für Postkartenansichten abgelichtet wurde. Am 1. Oktober 1851 begann der Bau der Kirche nach Plänen von August Stüler.

Vorgängerkirche fiel den Flammen zum Opfer

Die Vorgängerkirche war einem Feuer anheim gefallen. Zwei Jahre später, am 10. November 1853, wurde die neue Kirche geweiht. Die Baukosten bezifferten sich auf 24.000 Thaler. Das auf der Postkarte abgelichtete Ehrenmal auf dem Vorplatz der Kirche wurde 1900 im Gedenken an die Gefallenen der Kriege von 1866 und 1870/71 geschaffen. Nach 1945 wurde es abgebrochen. Aus dem Sandsteinsockel, der den Fahne und Säbel schwingenden bronzenen Landsturmmann trug, wurden ein kleines Pult und ein Taufbecken geschaffen. Beides wurde 1953 zur Hundertjahrfeier der Kirche in der Apsis aufgestellt.

Einst und jetzt



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