Die hier vorgestellte alte Farbfotografie vom Schloss Wiesenburg entstand in der Mitte der 1970er Jahre. Das besondere an ihr: Die im Parterre stehende Nymphe.
Ursprünglich gehörte die Nymphe zur Ausstattung, also zum Mobiliar, des Roten Saals. Curt Friedrich Ernst von Watzdorf hatte sie 1869 aus Rom mitgemacht. In jenen Jahren war nach einer äußeren Sanierung des Schlosses auch eine innere Um- bzw. Neugestaltung der Räume erfolgt. In August Trinius „Märkischen Streifzügen“ (Band 1 von 1887), die ihn auch nach Wiesenburg führten, heißt es hierzu: „Aber das süßeste und lieblichste, was hierher deutsche Kunst aus Rom sandte, bleibt doch inmitten des weiten, üppig ausgestatteten Raumes die auf einem Felsen ruhende, marmorne Quellen-Nymphe von Joseph Kopf.“

Die Wandelung des Schlosses Wiesenburg

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde im Schloss Wiesenburg eine Ausbildungsstätte für Lehrer eingerichtet, nachfolgend eine Russisch-Spezialoberschule mit Internat. Noch vorhandenes Inventar wurde ausgeräumt und die Nymphe im Parterre des Schlosses aufgestellt. Nach der politischen Wende 1989 wurde die Oberschule 1992 geschlossen. Vier Jahre später erwarb ein privater Investor das Schloss, der es grundlegend sanieren ließ. Im Schloss befinden sich heute Wohnungen; die Nymphe wiederum ist im Bad Belziger Heimatmuseum auf der Burg Eisenhardt zu besichtigen.

Einst und jetzt



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