Vorbei die Zeit, in der Pferdekutschen und Automobile durch das Schlosstor in den Innenhof des Wiesenburger Schlosses rollten. Heute geht es dorthin nur noch zu Fuß. Die historische Postkartenansicht, die in den frühen 20er Jahren entstand, erinnert an jene Zeit. Lohnend ist ein Abstecher in den Schlosshof allemal. In dessen Mitte steht ein zierliches Brunnenhaus in Form eines Baldachins. Dasselbe soll 1574 auf einem mit Ochsen bespannten Wagen aus Oberitalien über die Alpen nach Wiesenburg gebracht worden sein.

Teile des Bergfrieds und der Ringmauer stammen aus dem 12. Jahrhundert

In der rechten Bildhälfte zu erkennen, ist der Fuß des 50 Meter hohen Bergfrieds, gleich neben dem Schlosstor. Teile des Bergfrieds und der Ringmauer stammen aus dem 12. Jahrhundert, als die Wiesenburg erbaut wurde und mit der Burg Eisenhardt in Belzig und der Burg Rabenstein in Raben den wehrhaften Burgenring des Hohen Flämings bildete.
Sein heutiges Aussehen erhielt die Wiesenburg erst in den 1880er Jahren, als umfangreiche Umbauten sie zum Schloss machten. Die kunstvollen Sandsteinarbeiten an der ursprünglich schmucklosen Vorderseite des Torhauses entstanden in jener Zeit. 1990 erfolgte im Zusammenhang mit der Sanierung des Vorschlossbereiches eine neuerliche Restaurierung des Schlossturms und des Torhauses.