Die Bad Belziger Stadtkirche St. Marien wurde nach 1200 als kreuzförmige Saalkirche erbaut und bis in das 15. Jahrhundert hinein erweitert. Nach ihrer Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde sie in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wieder aufgebaut. Im Jahr 1697 war der Turm vollendet. Man legte, wie noch heute üblich, Urkunden, Münzen und Nachrichten die Stadt betreffend in den Turmknopf.

Auf Knopf und Stange des Kirchturms wurde geschossen

In einer alten Belziger Chronik heißt es, dass ein Frevler später auf Knopf und Stange des Kirchturms geschossen habe. Dadurch verbog die eiserne Stange. Als man sie richten wollte, zerbrach dieselbe. Der Zimmermeister, der die Reparatur erledigen wollte, wäre dadurch fast in den Tod gestürzt. Im November 1917 fegte ein schwerer Sturm über die Region hinweg. Dabei wurde der Stern auf der Spitze des Kirchturms beschädigt.

1919 wurde Wetterfahne wiederhergestellt und aufgesetzt

Im „Zauch-Belziger Kreisblatt“ heißt es: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Rost sich gerade in die Beschädigungen, welche durch die Schüsse seinerzeit erzeugt worden sind, eingefressen und schließlich im Laufe der langen Zeit die Stange selbst zerstört hat.“ 1919 wurden die erneuerte 31,5 Pfund schwere Wetterfahne und der gleichfalls in seiner alten Gestalt wiederhergestellte und mit Blattgold vergoldete Stern als höchste Spitze des Kirchturms wieder aufgesetzt. Die von 1697 stammende Wetterfahne hatte der Belziger Schlossermeister Kreyßing aufgearbeitet.

Einst und jetzt



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