Der 18. September des Jahres 1898 war für die Gemeinde Lühnsdorf ein großer Festtag. Nach nur einjähriger Bauzeit konnte die neue Dorfkirche eingeweiht werden. Die Öffentlichkeit erfuhr von diesem Ereignis durch die hiesige Presse. Zu den hohen Persönlichkeiten, die an der Kirchweihe teilnahmen, gehörten Oberhofprediger und Generalsuperintendent Dryander, der Geheime Regierungs- und Baurat von Tiedemann aus Potsdam sowie lokale Persönlichkeiten jener Zeit, wie der Superintendent, der Ortspfarrer und Lehrer Wildgrube aus der Schule im benachbarten Buchholz.

Neubau des Gotteshauses begann im Juli 1897

Der Bau der neuen Kirche war im Juli 1897 begonnen worden. Mit der Ausführung des Kirchenneubaus hatte die Kirchengemeinde den Niemegker Maurermeister Köhler beauftragt. Nach der Grundsteinlegung gingen die Bauarbeiten zügig voran. In Lühnsdorf wuchs, Stein für Stein, eine neuromanische Backsteinkirche nach einem Entwurf von Friedrich August Stüler, einem Schüler des großen preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel. Auch das ist in diesem Zusammenhang interessant.
Die heutige Lühnsdorfer Kirche hatte mindestens zwei Vorgängerbauten: einen hölzernen und Feldsteinbau, der 1897 wegen Baufälligkeit abgetragen werden musste. Dies und noch viel mehr hat Ortschronist Fritz Moritz in ungeheurer Fleißarbeit zusammengetragen und ist heute in vier Büchern zur Ortsgeschichte nachzulesen.