Der in Belzig ansässige Fotograf Hans Zernsdorf lichtete 1908 die kleine Kapelle an der heutigen Reha-Klinik ab. Die Aufnahme schmückte später eine Postkarte. Fünf Jahre zuvor, am 4. November 1903, war die Kapelle in Gegenwart Ihrer Majestät, der Kaiserin Auguste Viktoria, eingeweiht worden. Sie zählte jedoch nicht zu den öffentlichen Gotteshäusern von Belzig. Die Kapelle galt als Anstaltskirche, weil sie ohne Genehmigung des Konsistoriums errichtet worden war. Den Bau hatte der Heilstättenverein auf eigene Kosten finanziert. Daraus entwickelte sich ein Zwiespalt. Der Verein wünschte im Kirchlein regelmäßig Gottesdienste.

Predigten in der Kapelle, obwohl sie keine offizielles Gotteshaus war

Also begann der Belziger Superintendent Meyer damals auch dort zu predigen. Man glaubte, dass die Anerkennung von der Privatkapelle zur Hilfskirche rückwirkend möglich sein. Doch das Konsistorium teilte mit: "... eine vertragsmäßige Regelung der Verhältnisse der in der Lungenheilstätte erbauten Kapelle dahin, dass diese durch Anerkennung des Heilstättenvereins und des Gemeindekirchenrates den Charakter eines öffentlichen Gotteshauses erhalte, ist ausgeschlossen." Daraufhin erklärte der Heilstättenverein, dass das Kirchlein Privateigentum bleiben und kein öffentliches Gotteshaus werden solle. Das ist bis heute so. Deshalb können sich in der Kapelle auch Atheisten das Ja-Wort geben.

Einst und jetzt



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