Im Juli des Jahres 1906 verlieh Sr. Majestät der Kaiser und König an zwei Männer aus Zixdorf Orden. Sie wurden mit dem Allgemeinen Ehrenzeichen bedacht. Wilhelm II. hatte Landrat von Tschirschky beauftragt, die Auszeichnungen vorzunehmen, die Orden zu überbringen.

Lehnschulzenbesitzer Gustav Schubotz sen. und Hüfner Gottlieb Thiele

Die Ehrung wurde dem Lehnschulzenbesitzer Gustav Schubotz sen. und dem Hüfner Gottlieb Thiele zuteil. Die Männer, damals Kirchenälteste von Zixdorf, erhielten die hohe Auszeichnung als Lohn für ihr Engagement in Bezug auf die gerade zu Ende gegangene Sanierung der kleinen Dorfkirche.
Am 9. Juli jenen Jahres wurde dieselbe in feierlicher Form wieder geweiht. Für die kleine Gemeinde ein großer Jubel und Freudentag - hoher Besuch war damit verbunden.

Das Zauch-Belziger Kreisblatt“ berichtet

Im „Zauch-Belziger Kreisblatt“ wurde späterhin in gebührender Form darüber berichtet. Es heißt unter anderem: „Um 1/2 12 Uhr begann der feierliche Akt. Der Festzug bewegte sich von dem Wohnhause des Kirchenältesten Herrn Thiele unter Vorantritt des Herrn Superintendenten der Diözese Belzig und des Ortsgeistlichen nach dem Gotteshause. Der Präsident des Konsistoriums der Provinz Brandenburg Herr D. Steinhausen, der Herr Landrat unseres Kreises nebst Familie, wie ein früherer Ortsgeistlicher von Zixdorf und der Geistliche der Nachbargemeinde Zeuden, Herr Bohnstedt, waren nebst vielen Freunden der Gemeindeglieder von Zixdorf ebenfalls erschienen, um an dem Ehrentage der Gemeinde teilzunehmen.“

Landrat von Tschirschky nahm Ehrungen vor

Vor der Kirchenweihe schritt man jedoch zur feierlichen Ordensübergabe. Diese wurden durch den Präsidenten des Konsistoriums an die Kirchenältesten Schubotz und Thiele überreicht, während Landrat von Tschirschky beiden Ausgezeichneten das Ehrenzeichen „eigenhändig anheftete“.
Im Anschluss wurde der Kirchenschlüssel an Superintendent Meyer aus Belzig übergeben, der ihn wiederum an den Ortsgeistlichen Pastor Lutze aus Hohenwerbig weiterreichte. Mit den Worten „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch“ öffnete letzterer die Kirchentür.

Ein feierlicher Gottesdienst

Der Festgottesdienst nahm seinen vorgezeichneten Verlauf. Nach dem Gesang eines Kinderchores hielt der Superintendent die Weihrede und übergab das restaurierte Kirchlein mit all seinen Heiligtümern dem ferneren Gebrauch. Dann erklang die Orgel - ein Geschenk des Hüfners und Kirchenältesten Thiele - den ersten Gottesdienst einleitend. Das Instrument war 1906 durch die Orgelbauanstalt Schuke in Potsdam gebaut worden und verschönte damit auch zum ersten Mal einen Gottesdienst in Zixdorf.

Festpredigt durch den Ortsgeistlichen Lutze

Dem schloss die durch den Ortsgeistlichen Lutze gehaltene Festpredigt an. Zur umfassenden Sanierung der kleinen Dorfkirche steuerte fernerhin die Provinzialsynode der Kirchengemeinde 1.000 Mark bei. Opferfreudig zeigten sich nach ihren jeweiligen Möglichkeiten alle 14 Gemeindehaushaltungen und ein früheres Gemeindemitglied, welches ehemals in Zixdorf wohnte.
Der frühere Ortsschulze und Lehngutsbesitzer Gustav Schubotz sen. wiederum schenkte eine neue Kirchenglocke - auch aus besonderem Grund. Im Anschluss an den Festgottesdienst wurde in der neu geweihten Kirche die Taufe von Gustav Schubotz Enkelkind gefeiert. Der Vater des Täuflings war Schubotz Sohn gleichen Namens. Der Name des Kindes ist in den alten Zixdorfer Kirchenbüchern vermerkt.

Kirchweihe, Kindstaufe, Besichtigung

Im Anschluss an die Kirchweihe und die Kindstaufe bestand dann ausreichend Gelegenheit, das Gotteshaus zu besichtigen. „Am Eingang des Friedhofes, auf dem das Kirchlein steht, von dem sich, die Bergeshöhe hinabschauend, ein herrlicher Ausblick bietet, und am Eingange des Dorfes waren Girlanden gezogen“, heißt es fernerhin in der Berichterstattung.

Umfangreiche Kirchsanierung beendet

Im Rahmen der über ein Jahr andauernden Kirchensanierung erfolgten folgende Arbeiten: der Westgiebel wurde neu aufgeführt, der Vorraum angebaut, die äußeren Ansichtsflächen der Kirche ausgebessert, der Dachreiter erneuert, der alte spitzbogige Eingang zugemauert, die Wände im Innern neu verputzt und nachfolgend ausgemalt, die vom Gestühl nicht bedeckten Flächen mit Rathenower Ziegelplatten gepflastert, die Emporen, die Holzdecke und der Dachstuhl erneuert sowie der Turm mit Schiefer gedeckt.