Direkt an der L85, die Damelang tangiert, findet man das Gasthaus „Wiesengrund“. Vor 100 Jahren trug es den Namen „Zur frischen Quelle“. Damaliger Besitzer war der Gastwirt Gottfried Ehle, der nebenbei eine kleine Landwirtschaft und im Gasthof zusätzlich eine Materialwarenhandlung betrieb.
In den 1920er Jahren wurde Gottfried Ehle nicht müde, in den verschiedensten Zeitungen für sein Haus zu werben. Es gab nicht nur die Gelegenheit zur Ausspannung für Ross und Reiter, verbunden mit einer preiswerten Nachtlogis, sondern auch eine Tankstelle! Unter dem Fernruf „Brück 91“ waren 1929 sogar schon Zimmerreservierungen möglich.

Gottfried Ehle war kein Kind von Traurigkeit

Über Gottfried Ehle heißt es in alten Aufzeichnungen, dass er kein Kind von Traurigkeit und eines guten Schoppens Freund gewesen sei.
1937 notierte der im Nachbardorf Freienthal lebende Schriftsteller Otto Boettger-Seni: „Als er wieder einmal eines Nachts mit guten Freunden bis in den jungen Morgen für den nötigen Umsatz gesorgt und die Nacht durchgemacht hatte, stand er gegen 5 Uhr des Morgens hemdsärmelig in der Haustür, wahrscheinlich, um sich vorm Schlafengehen noch etwas auszudunsten, als schon die ersten Bauern mit ihrem Gespann an ihm vorbei aufs Feld fuhren. Erstaunt begrüßten sie den übernächtigten Gastwirt: ‚Na nu, Ehls Vater, ook schon upp?‘ Darauf der Wirt trotz aller Müdigkeit schlagfertig: ‚Andersch mütt ick mi quälen wie je!‘“ (Anm. Anders muss ich mich quälen als ihr).