„In meinem 14. Lebensjahr habe ich bei Belzig beim Dorfe Hagelberg den Tod durchs Beil gesehen. Was ich auf dem Schafott gesehen, will ich lieber nicht weiter ausmalen. Es war schrecklich...“, so Karl Heyse aus Freienthal in seinen Lebenserinnerungen. Er gehörte zu denen, die 1846 der letzten Exekution auf dem Galgenberg bei Belzig beiwohnen mussten. Der Delinquent, der Leinewebermeisters Friedrich August Bräckow, hatte seine Schwiegermutter erwürgt und um einen Selbstmord vorzutäuschen, sie nachfolgend aufgehangen.
Auf dem Galgenberg bei Golzow fand 1766 die letzte Hinrichtung statt. Johann August Stauffenbeil, der des Mordes und des Diebstahls für schuldig befunden worden war, wurde „von untenauf gerädert, jedoch vorher heimlich erdrosselt.“

Marie Christiane Hammel wurde 1741 auf dem Galgenberg bei Wiesenburg hingerichtet

Schauerlich klingt auch die Überlieferung, die mit dem Galgenberg bei Wiesenburg verknüpft ist. Dort wurde Marie Christiane Hammel 1741 hingerichtet. Ihr wurde vorgeworfen, sich in Gemeinschaft mit dem Müllergesellen Johann Friedrich Hempel „unzüchtig“ umher getrieben und bei der Frau von Hünecke auf dem Setzsteig Kleidungsstücke, Betten, Leinenzeug sowie 15 Thaler entwendet sowie einen Gutsarbeiter bestohlen zu haben. Mit „Rücksicht auf ihre sonstige Schlechtigkeit“ sollte sie gehängt werden. Es sei denn, dass sie die gestohlenen Gegenstände oder deren Wert, wieder herbeischaffe. Was der Inhaftierten nicht gelingen konnte. In dieser Folge wurde die Vollstreckung des Todesurteils für den 7. April 1741 bestimmt. Als bereits alles zur Strangulierung vorbereitet war, überbrachte der Belziger Amtsbote einen vom Wittenberger Kreisamtsaktuar Röhrich mit Bleistift unleserlich geschriebenen Zettel. Das Papier ohne Unterschrift wurde dem Gerichtshalter übergeben. Es wurde mitgeteilt, dass „von den auf dem Setzsteig gestohlenen Sachen auf dem Kreisamt zu Wittenberg noch viel vorhanden“ sei. Außerdem, dass der Delinquentin hätte ein Verteidiger gestellt und darum die Vollstreckung des Urteils verschoben werden müsse. Gleichzeitig war ein Brief aus Potsdam eingetroffen, der auf die Mitschuld Hempels am Diebstahl verwies. Die Exekution fand dennoch statt.

Schäfer und Hund von den Lütter Bauern an einem Galgen erhangen

Auch nordwestlich von Lütte fand in finsteren Zeiten des Faustrechtes ein peinliches Hochgericht und eine Hinrichtung statt. Die Überlieferung erzählt, dass die Bauern des Dorfes im Spätherbst ihren Schäfer angewiesen hatten, Schafe auf einem stark betauten Kleefeld zu hüten. Als die meisten Tiere vom nassen Klee gestorben waren, suchte man, den Schäfer zum Sündenbock zu machen. Es heißt, dass die Lütter Bauern einen Galgen errichteten und ihren Schäfer aufhängten. Dessen Hund wahrte seinem Herrn auch im Tod die Treue. Er wich nicht vom Galgen, fraß nicht und heulte Tag und Nacht. Um sich des unbequemen Anklägers zu entledigen, erhängten die Bauern auch den Hund. Einige Zeit danach wurde die Sache ruchbar und die Schuldigen mit Gefängnis bestraft; jedoch nicht weil sie den Schäfer, sondern weil sie das unschuldige Tier gehängt hatten. In einer Dresdener Kanzlei soll einst ein Gemälde existiert haben, auf dem die Lynchjustiz dargestellt war. Dieses Bild soll den Titel „So richten die Bauern in Lütte“, getragen haben. Heute erinnert am Ort des Geschehens eine Infotafel, die den Hügel am Dorfrand zum Galgenberg machte.