Was geschah vor 100 Jahren in der Region? Das „Zauch-Belziger Kreisblatt“ berichtet im Dezember 1920, dass Mörz an die Überlandzentrale angeschlossen wurde.
„Vielen Dorfbewohnern kam nun der Lichtstrom noch zu zeitig. Sie hatten wohl ihre Lampen angebracht, aber die Birnen fehlten noch. Auch in Pernitz, Lüsse, Kuhlowitz, Baitz, Neschholz und Gömnigk ist die Überlandzentrale fertig ausgebaut und die Ortschaften erstrahlen in elektrischem Licht. In Dahnsdorf ist man fest bei der Arbeit, das Dorfnetz auszubauen. Locktow und Ziezow haben sich noch nicht angeschlossen. Nun hat in den angeschlossenen Ortschaften die Lichtnot, unter der sie im Kriege oftmals litten, ein Ende.“

Feuer in Brück bei Gärtnereibesitzer Gerdessen

In Brück kam es zu einem Feuer. Bei Gärtnereibesitzer Gerdessen brannte das Dach des Maschinenhauses. „Als der Besitzer kurz nach 12 Uhr geweckt wurde, brannte das Dach bereits lichterloh. Durch tatkräftiges Eingreifen konnte verhindert werden, dass das Feuer auf das angrenzende Stallgebäude übergriff. Der Schaden, den der Besitzer erleidet, kann auf ungefähr 15.000 Mark geschätzt werden. Außer einem Stoße Gewächshausfenster ist noch das gesamte Lager von Sämereien, mehrere Schränke mit Kleidungsstücken und ein großer Posten in dem Maschinenhause zum Trocknen aufgehängte Wäsche verbrannt.“

Altsitzer Friedrich Tietz aus Ragösen hatte Pferdeunfall

Ein Unfall ereignete sich auf der Chaussee Belzig - Brandenburg bei Schwanebeck. Der Altsitzer Friedrich Tietz aus Ragösen fuhr mit einem mit zwei Pferden bespannten Wagen heimwärts. Er hatte Mauersteine für seinen Schwiegersohn, den Schmiedemeister Albert Block, geladen. „Er saß vorn auf dem Wagen und führte die Pferde. Als er den Schwanebecker Berg hinunter fuhr, rutschte er mit seinem Sitze vom Wagen herab und fiel zwischen Pferde und Wagenräder. Letztere gingen ihm über den rechten Oberschenkel und die Hüfte  hinweg. Mit einem Bruch des rechten Oberschenkels und schweren inneren Verletzungen blieb Tietz liegen. Die Pferde standen sodann mit dem Wagen. Schwanebecker Bürger nahmen sich des Verunglückten an. Er wurde dem Kreiskrankenhaus in Belzig zugeführt.“

Ferkelmarkt im Dezember

Mitte Dezember fand in Belzig der Ferkelmarkt statt - ganz im Zeichen des Winters. „Fast kniehoch liegt der Schnee. Die Schweine wurden vielfach zu Schlitten zum Markte gebracht. Bei dem tiefen Schnee zogen es aber die meisten Landwirte vor, mit ihren Schweinen zuhause zu bleiben.“ Vor Weihnachten setzte jedoch Tauwetter ein und die weiße Pracht schmolz dahin.

Wohltätigkeitsveranstaltung in Wiesenburg auf Januar geschoben

Während vielerorts im Vorfeld des Weihnachtsfestes Wohltätigkeitsveranstaltungen stattfanden, legte man in Wiesenburg den Termin für eine solche in das neue Jahr. Am 14. Januar sollte im Hotel Paul ein Wohltätigkeitsabend zum besten der Not leidenden Kinder veranstaltet werden. „Nach dem Konzert soll getanzt und eine Verlosung veranstaltet werden. Karten zum Vorverkauf sind in der Apotheke Wiesenburg zu haben.“

Silvesterabend zur Tanzmusik

Ins neue Jahr wurde auch allerorten gefeiert. Gastwirt Paul Kirsten aus Belzig lud am Silvesterabend zur Tanzmusik in das Hotel Burg Eisenhardt. Im Lokal von Fritz Thiele feierten der Arbeiter-Gesangsverein und die Freie Turnerschaft Belzigs. Alle Mitglieder waren eingeladen. Freunde und Gönner waren herzlich willkommen.
In Trebitz lud die Jugend des Dorfes gemeinsam mit dem Gastwirt zum Silvesterball mit Theatervorführungen ein. Im Nachbardorf Gömnigk lud Gastwirt Wernicke wiederum am Neujahrstag zur Tanzmusik.
Neujahrskarten, Silvesterscherzartikel und Blei zum Gießen erhielt man im Geschäft von W. Schlawitz in Belzig. Alkoholfreien Glühpunsch, Weinbrand, Cognac, Eier und Cognac waren in der Spirituosengroßhandlung von Julius Wesenberg erhältlich.

Bedienungspreise stiegen in Geschäften ab 1. Januar 1921

Diese Nachricht, erschienen in der letzten Dezemberausgabe des Kreisblatts, sorgte vermutlich nicht für Freude: „Der steigenden Teuerung entsprechend, sehen wir uns genötigt, die Bedienungspreise in unseren Geschäften ab 1. Januar 1921 um 50 Prozent zu erhöhen. Gleichzeitig bringen wir zur Kenntnis, dass laut Verfügung des Herrn Regierungspräsidenten, unsere Geschäfte jeden Montag ab 12 Uhr mittags an geschlossen bleiben. Die Frisörinnung des Kreises Zauch-Belzig.“