Im September 1907 wurde diese historische Ansichtskarte durch die Post befördert. Der Schreiber, Ernst Siegert in Belzig, sandte mit ihr Grüße ins Elsass. Die Ansicht stammt aus dem Atelier des in Belzig ansässigen Fotografen Hans Zernsdorf.  Die riesige Linde, die damals vor der Gertrauden Kapelle stand, soll Überlieferungen zufolge 1530, zum Andenken an den Besuch Martin Luthers, gepflanzt worden sein. In der „Zauche-Fläming Heimat“ von 1936 findet sich den Baum betreffend diese Information: „Sie hat in Meterhöhe vom Erdboden aus einen Umfang von 3,40 Meter. Als 1881 hier mehrere in der Nähe befindliche Scheunen abbrannten, wäre dieser stattliche Baum, der heute ein Wahrzeichen der Stadt Belzig bildet, beinahe vernichtet worden, da er ebenfalls vom Feuer erfasst worden war.

Statt des Baumes erinnert eine Tafel am Eingangsbereich an den Besuch Luthers

Im Laufe der Zeit war die Linde hohl geworden, so dass für sie Gefahr bestand. So hat man im Februar diesen Jahres eine Öffnung in die Baumwand gestemmt, um den Hohlraum zu entmulmen. Der Innenraum war so groß, dass ein Mann bequem darin arbeiten konnte, denn der Durchmesser betrug unten 95 oben 45 bis 65 Zentimeter. Nachdem der Baum gereinigt war, wurde das Innere mit Holzteer gestrichen und mit Mauerwerk ausgefüllt, so dass der Baum Halt bekommt.“ Den Baum zu erhalten gelang nicht. Statt seiner erinnert eine Tafel am Eingangsbereich der aus dem 15. Jahrhundert stammenden Kapelle an Luthers Besuch.