1912 erhielt das Bad Belziger Rathaus einen Barockgiebel. Die Entwürfe gestalteten der Bildhauer Klose und der Architekt Schmidt. Maurermeister Sacharowitz führte den Bau aus. Die drei waren, so pflegte man damals zu sagen: „Belziger Kinder“. Die historische Ansichtskarte, die vom Rathaus aus einen Blick in die Wiesenburger Straße erlaubt, entstand kurze Zeit nach Abschluss der Bauarbeiten. Über diese berichtete natürlich auch das „Zauch-Belziger Kreisblatt“. Gelobt wurde, dass der schmucke Barockgiebel keine Unsummen verschlang. Bis zu dieser baulichen Aufwertung ähnelte der Rathausgiebel der übrigen Bebauung des Marktplatzes. Das Rathaus war schlicht und hatte sich, wie im Kreisblatt zu lesen ist, „von den umliegenden [Häusern] gar nicht unterschieden“.

Im Juni 1972 brannte das Belziger Rathaus nieder

60 Jahre danach brannte in der Nacht vom 16. auf den 17. Juni 1972 das Belziger Rathaus nieder. Was das Feuer nicht zerstören konnte, war durch die Löscharbeiten so arg in Mitleidenschaft gezogen worden, dass der Wiederaufbau unmöglich war und die Brandruine abgetragen werden musste. Mit dem Verlust des Gebäudes ging die Vernichtung des Stadtarchivs einher. Ein Übergangsquartier fand die Verwaltung anfangs in Räumen auf der Burg Eisenhardt und später in einer Baracke in der Bahnhofstraße (heute: Parkplatz am Meierhof). 1988 konnte der Grundstein für einen Neubau gelegt werden, der jedoch als Mehrzweckgebäude „getarnt“ werden musste. Drei Jahre später war das neue Rathaus bezugsfertig.

Einst und jetzt

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