Im Oktober 1906 meldete das „Zauch-Belziger Kreisblatt“, dass in Niemegk „eine Reihe von Scheunen vor der Stadt“ niedergebrannt waren. Nur eine, dem Herrn Kaufmann W. Marthe gehörig, „war verschont geblieben, ging aber nachträglich auch noch in Flammen auf.“ 

Abgebrannte Scheunen am alten Standort nicht wieder aufgebaut

Am 22. Oktober 1906 berichtete das Kreisblatt abermals aus Niemegk. Jetzt heißt es: „Die letzten Scheunen vor dem Belziger Tor sind bekanntlich niedergebrannt. Sie werden, wenn sie überhaupt wieder erstehen sollten, einen anderen Platz finden, und die frei gewordenen Flächen bleiben somit Privatbauten vorbehalten.“

Vom Scheunenviertel zum Nobelviertel

Genau so kam es dann auch. Alte Postkarten, wie die hier vorgestellte, belegen die Entwicklung des Areals von einem Scheunenviertel zu einem Nobelviertel. Im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Häuser erhielt der Straßenabschnitt, der die Innenstadt mit dem 1904 in Dienst gestellten Städtebahnhof verband, zugleich seinen Namen und wurde zur Bahnhofstraße.

Postkartenansicht aus dem Jahre 1908

Die vorgestellte Postkartenansicht entstand im Jahr 1908 und wurde das Atelier Reinicke & Rubin in Magdeburg verlegt. Mit der Post befördert und durch die Poststelle in Görzke abgestempelt, wurde dieselbe im Jahr 1910. Von dort ging sie auf eine weite Reise. Der Empfänger des Kartengrußes lebte in Luzern. Ob die Verabredung - sich Ostern zu sehen - per Postkarte zwischen Kartenschreiberin in Niemegk und dem Empfänger glückte, bleibt hier unbeantwortet.

Einst und jetzt



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